Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 18. November 2018, 14:03 Uhr

Linz: 6°C Ort wählen »
 
Sonntag, 18. November 2018, 14:03 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Nach Anzeige wegen Amtsmissbrauch und Untreue tritt VP-Ortschef zurück

ST. LORENZ. Der Bürgermeister von St. Lorenz zieht sich zurück, um weiteren Imageschaden abzuwenden.

Bürgermeister Gaderer tritt zurück, um weiteren Imageverlust abzuwenden

Bürgermeister Johannes Gaderer (VP) legt heute sein Amt zurück. Bild:

Die Tagesordnung Gemeinderatssitzung am Dienstag um 19 Uhr im Vereinsheim St. Lorenz sieht nur vier Punkte vor: Nach der Tarifordnung für den Kindergarten steht der Bericht des Bürgermeisters auf dem Programm. "Ich setze heute ein Zeichen gegen den politischen Stil, der mit der FPÖ und den Grünen in den Gemeinderat Einzug gehalten hat und trete bei der Gemeinderatssitzung von meinem Amt als Bürgermeister zurück", kündigte Johannes Gaderer (VP) an.

Gestern breitete sich die Meldung vom bevorstehenden Rücktritt Gaderers wie ein Lauffeuer in der Gemeinde aus. Am Wochenende zuvor hatte die Volkspartei beraten und sich auf diese Lösung geeinigt: Gaderer, nach dem Bericht des Prüfungsausschusses und der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft politisch angeschlagen, tritt zurück. Vizebürgermeister Karl Nußbaumer wird amtsführend die Geschäfte des Bürgermeisters übernehmen. Die Neuwahl des St. Lorenzer Bürgermeisters wird ausgeschrieben.

Der Prüfungsausschuss hatte im Dezember berichtet, dass der Bürgermeister Aufträge an seine Baufirma vergeben haben soll, ohne die dafür notwendigen Beschlüsse der Gremien eingeholt zu haben. Allein bei fünf Fällen sollen die Aufträge mehr als 150.000 Euro ausmachen. Das brachte dem Bürgermeister eine Anzeige wegen des Verdachts der Untreue und des Amtsmissbrauchs ein.

"Ich bin der festen Überzeugung, dass ich immer nach bestem Wissen und Gewissen für unsere Gemeinde gearbeitet habe und zu keiner Zeit mein eigener oder der Vorteil meiner Firma mein Handeln für die Gemeinde bestimmt hat", betonte Gaderer in seiner persönlichen Stellungnahme. Sein Ziel es aber, weiteren Imageverlust von der Gemeinde und seiner Bürger abzuwenden. "Mir ist wichtig, dass alle Anschuldigungen gegen meine Person restlos geklärt werden."

Dazu sind sechs Ermittler im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wels bereits am Gemeindeamt gewesen, um die Unterlagen über die Auftragsvergaben zu sichten und zu prüfen. Unter die Lupe genommen werden mittlerweile nicht nur Aufträge der Gemeinde an Gaderers Firma, sondern auch an zwei weitere Betriebe mit einem Naheverhältnis zur Gemeinde.

Dem Grünen Peter Hiller ist die Neuwahl des Bürgermeisters zu wenig. Er regt die Auflösung des Gemeinderates und dessen Neuwahl an. Es werde darüber Beratungen mit den anderen Fraktionen geben, so Hiller.

Kommentare anzeigen »
Artikel Gerhard Hüttner 29. Januar 2018 - 15:03 Uhr
Mehr Oberösterreich

Missbrauchsvorwürfe gegen Yoga-Studio in Linz

LINZ. In einem Yoga-Studio in Linz soll es laut einem Bericht der "Presse am Sonntag" zu körperlichen und ...

Polizei stoppte auf der A1 neun teure Autos mit Laserblocker

OBERÖSTERREICH. Gleich neun Autofahrer, die mittels Laserblocker einer Radarstrafe entgehen wollen, sind ...

Reform? Kirche sucht ihren "Zukunftsweg"

LINZ. Halbzeit im Reformprozess der Diözese: Im Schloss Puchberg trifft sich heute das Diözesanforum.

Zuerst kommen die Sternschnuppen, dann der Schnee

OBERÖSTERREICH. Es ist wieder Zeit für Wünsche: In der Nacht auf Sonntag erreicht der Sternschnuppenstrom ...

Stelzer: "Wir müssen zeigen, dass wir beim Glücksspiel Herr der Lage sind"

LINZ. Landeshauptmann fordert vom Bund eine rigorose Verschärfung des Glücksspielgesetzes.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS