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Oberösterreich

Muslime verärgert: Blutspenden wurden abgelehnt

Von Manuela Kaltenreiner   11. Februar 2014 13:32 Uhr

Blutabnahme beim Blutspenden
(Symbolbilder)

LINZ. Blutspendezentrale ließ Aktion der „Islamische Religionsgemeinde Linz“ nicht zu: „Hepatitis B-Risiko ist zu hoch“.

Eine abgelehnte Blutspendeaktion lässt die Wogen hochgehen. Die eine Seite spricht von einer medizinischen Entscheidung, die andere von Diskriminierung. Auslöser für die Aufregung war eine geplante Blutspendeaktion der „Islamischen Religionsgemeinde Linz“ (IRG). Die Blutzentrale des Roten Kreuzes hat diese abgelehnt, weil Vereinigungen von Menschen mit muslimischem Religionsbekenntnis beziehungsweise mit einer Herkunftsgeschichte aus einem Land, wo die Menschen muslimischer oder türkischer Herkunft seien, grundsätzlich für Blutspendenaktionen aus medizinischen Gründen nicht in Frage kommen würden, sagt Murat Baser, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinde Oberösterreich.

„Generell keine Kulturvereine“

„Wir haben in der Vergangenheit mit Hepatitis B in den Spenden zu kämpfen gehabt, bis zu 40 Prozent der Blutspenden waren nicht zu gebrauchen. Deshalb haben wir vor circa vier Jahren entschieden, dass wir generell keinen Kulturverein – auch serbische oder kroatische etc. – spenden lassen. Das ist eine rein medizinische Entscheidung“, sagt Christian Gabriel, ärztlicher Leiter der Blutspendezentrale Linz. Hepatitis B sei südlich von Slowenien verbreitet, in der Türkei gebe es 3,5 Millionen aktive Virusträger. „Als in Slowenien Hepatitis-B-Mutanten auftraten, haben wir die medizinischen Konsequenzen gezogen“, sagt Gabriel.

IRG-Vertreter hatten schriftlichen Kontakt mit einer Ärztin der Blutspendezentrale. „Sie hat uns einige Artikel zugesendet, wo auf bestimmte Regionen der Türkei und gesundheitliche Probleme hingewiesen wird. Wir erhielten aber keine Belege dafür, dass ,ungeeignetes Blut’ bei Österreichern mit muslimischem Religionsbekenntnis oder türkischer Erst- oder Zweitsprache nachgewiesen wurde“, sagt Moussa Diaf, Sprecher der IRG: „Ich verstehe nicht, warum jeder einzeln von uns Blut spenden darf, aber nicht in der Gruppe.“

„Meine Kollegin hat versucht, die Situation zu erklären. Wir gehen nicht in eine Spendenaktion, wenn wir von vornherein wissen, dass wir viele Konserven wegwerfen müssen“, sagt der ärztliche Leiter. Jede Organisation, die eine Blutspendeaktion machen wolle, habe Erwartungen, die dann nicht erfüllt werden könnten. „Ich muss die Blutversorgung so sicher und effizient wie möglich für Oberösterreich machen und kann nicht an der Realität vorbeileben.“

 

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Infektionskrankheit, die über Körperflüssigkeiten übertragen wird. Das Virus ist erst bis zu zwei Monate nach der Infektion im Blut nachweisbar (HIV sieben bis zehn Tage). Die Blutzentrale Linz macht bei jeder Blutuntersuchung drei Tests, um eine Infektion auszuschließen.

In der Türkei sind 3,5 Millionen Menschen aktive Virusträger, auch China hat mit Hepatitis B zu kämpfen. Wer zu BSE-Zeiten länger in England war, darf ein Leben lang nicht Blut spenden, wer beispielsweise in Thailand urlaubt, ist für ein halbes Jahr gesperrt, betont Christian Gabriel die strengen Richtlinien.

 

 

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