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Oberösterreich

Mühlkreisbahn: "Druck aus der Region wieder bündeln"

Von Thomas Fellhofer   13. Februar 2014 00:04 Uhr

Mühlkreisbahn: "Druck aus der Region wieder bündeln"
Die Desiro-Triebwagen sollen vorerst bleiben - Mühlviertler wollen aber eine Lösung für die Zeit nach 2017.

MÜHLVIERTEL. Initiative "Zugkunft Mühlkreisbahn" nimmt Politik in die Pflicht.

Zwar gibt es eine grundsätzliche Zusage, dass die modernen Desiro-Züge auf der Mühlkreisbahn auch weiterhin verkehren, dem Frieden traut aber im Mühlviertel niemand so recht. Aufgerüttelt von OÖN-Berichten, formieren sich die Mühlkreisbahn-Befürworter. Wie berichtet, planten die ÖBB, statt der modernen Garnituren nur noch ältere Modelle zu verwenden. Das Land setzt sich nun für den Erhalt der Desiro-Züge ein.

Rohrbach wachrütteln

Erst am Dienstagabend gab es ein Treffen von gut 40 Bahn-Fans unter der Schirmherrschaft der Aktion "Zugkunft Mühlkreisbahn". "Wir müssen die Menschen und die Politik im Bezirk Rohrbach wieder für das Thema sensibilisieren, besonders die Abgeordneten und die Bürgermeister. Es geht ja vor allem um eine Lösung für die Zeit nach 2017", sagte Alois Hain, Sprecher der "Zugkunft Mühlkreisbahn". Er spricht damit das Problem an, dass der Rückhalt für die Mühlkreisbahn in Urfahr-Umgebung größer erscheint als im Bezirk Rohrbach.

Grundsätzlich kristallisieren sich regional zwei Lager heraus: Die Urfahraner sind fleißige Zugfahrer und der Grund, dass die Mühlkreisbahn noch lebt. 5000 Fahrgäste nützen täglich die Bahn. Für die Pendler in Puchenau, Ottensheim und Walding ist die Mühlkreisbahn eine echte Alternative zum Auto.

Die Fahrgäste aus dem Bezirk Rohrbach wurden dagegen kontinuierlich vertrieben. Nach dem Hochwasser 2002 wurden wichtige Reparaturmaßnahmen verschleppt. Von den damaligen Fahrgastzahlen von mehr als 1000 Gästen pro Tag kann man nördlich des so genannten Saurüssels nur noch träumen. Derzeit fahren noch 550 bis 600 Passagiere täglich mit. Diese Zahlen sind allerdings inoffiziell. Laut Sprecher Mario Brunnmayr geben die ÖBB keine Fahrgastzahlen mehr bekannt, seit es im Personenverkehr Konkurrenten gibt.

Weiter Widerstand gegen Schmalspur

1 RegioTram: Die wohl teuerste, allerdings von der Landespolitik favorisierte Lösung ist die RegioTram auf 900 Millimeter Schmalspur. 166 Millionen Euro wurden bei der offiziellen Präsentation des Projektes veranschlagt. Damit würde die Straßenbahn allerdings erst bis Rohrbach fahren.

2 Normalspur: Im Mühlviertel sieht man die Umspurung auf 900 Millimeter kritisch. Erstens glaubt niemand an die Realisierung bis Aigen und zweitens wäre man in der Bauphase ohne Bahnanschluss. Den Umstieg in Urfahr würde man in Kauf nehmen.

3 Verkehrsdienstevertrag: Bis Ende 2017 müssen die ÖBB die Mühlkreisbahn laut Verkehrsdienstevertrag noch befahren.

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