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Mordfall Posch: Für Täter wird es eng

Von Gerhard Lukesch   03.Februar 2013

Posch Mord
Der Fundort der Leiche von Martina Posch (Tafel Nr. 2) am Ufer des Mondsees am 12. November 1986
„Ich konnte es zunächst gar nicht glauben, als die Polizei bei mir war, mich noch einmal befragte und mir sagte, dass es im Fall von Martina eine neue, vielleicht entscheidende Spur gibt“: Eine heute 42-jährige Oberösterreicherin hatte mit Martina Posch gemeinsam die Berufsschule besucht. Sie möchte namentlich nicht genannt werden, „weil viele Medien über den Fall in den vergangenen Jahren so viel Blödsinn geschrieben haben.“
 
„Hoffentlich haben die Polizisten im Fall von Martina das gleiche Glück wie bei Monika Simmer. Ich möchte gerne wissen, wer Martina erwürgt hat“, sagt die ehemalige Klassenkollegin, die bereits vor Monaten mit den Fahndern des Landeskriminalamtes aus Linz gesprochen hatte. Die OÖNachrichten erhielten damals bereits diese Information von der Oberösterreicherin. Um einen möglichen Erfolg der Kriminalisten beim DNA-Abgleich nicht zu vereiteln, wurde dies aber zunächst von den OÖN nicht veröffentlicht.
 
Letzter Versuch hatte Erfolg
 
Dass der Täter im Fall Posch ausgeforscht wird, könnte in den kommenden Monaten durchaus möglich sein: Wie exklusiv berichtet, stellte die Gerichtsmedizin Salzburg nach 25 Jahren die DNA des Mörders von Martina fest. Sie befand sich unter den bei der Obduktion am 22. November 1986 sichergestellten Fingernägeln des Opfers. Diese waren glücklicherweise noch vorhanden, als die Kriminalisten im Frühjahr 2011 einen absolut letzten Versuch starteten, doch noch eine DNA-Spur des Täters zu finden. Dies gelang, und inzwischen konnten zehn Männer als eventuelle Täter eindeutig ausgeschieden werden.
Die Beamten waren durch den Fall von Monika Simmer motiviert: Die 19-Jährige war am 10. März 1992 in Linz erstochen worden. Im Jahr 2009 konnte die vollständige DNA des Verdächtigen auf der Kleidung des Opfers gefunden werden. Und im Mai 2012 wurde schließlich auch ein Mann (er ist inzwischen in Haft) definitiv festgestellt: Er gestand im Verhör.
 
„Die jüngeren Menschen im Bezirk Vöcklabruck können sich natürlich nicht mehr an den Mord an Martina Posch erinnern. Aber nach dem Bericht in den OÖNachrichten über den Fund der DNA ist der Mord seit dem vergangenen Wochenende bei vielen wieder Tagesgespräch“, sagte ein Polizist in Vöcklabruck.
 
„Nicht mehr ruhig schlafen“
 
Der Beamte war im November 1986 bereits als junger Gendarm im Bezirk Vöcklabruck im Dienst: „Wir haben den Fall von Martina nie vergessen. Und ich hoffe, dass der Täter – sofern er noch lebt – jetzt nicht mehr ruhig schlafen kann.“
 

Lesen Sie dazu auch den Bericht "Mordopfer Martina unvergessen" vom 12. November 2011.

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14. Juni 2021