Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 23. Februar 2019, 16:56 Uhr

Linz: 2°C Ort wählen »
 
Samstag, 23. Februar 2019, 16:56 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Luchsjunges tappte in eine "Fotofalle" im Nationalpark

WEYER. Bei den Raubkatzen mit den Pinselohren gibt es nach vier Jahren Nachwuchs. Die Chance einer dauerhaften Ansiedlung lebt wieder.

Luchsin „Luzi“ in der Fotofalle Bild: Fuxjäger

Ein Jägerehepaar aus Linz wurde wegen der Wilderei von zwei Luchsen rechtskräftig am Landesgericht Steyr verurteilt, zwei weitere Raubkatzen, "Freia" und "Cora", sind seit zwei Jahren in der Wildnis des Nationalparks Kalkalpen trotz Peilsendern um die Hälse verschollen und wahrscheinlich auch illegal abgeschossen worden. Das vom Nationalpark im Einklang mit dem Jagdverband betriebene Wiederansiedelungsprojekt der Raubkatzen mit den Pinselohren schien nach diesen Ausfällen für immer gescheitert. Bis sich am 10. Oktober ein Lichtschimmer auftat.

Ein Autofahrer hatte schon im August bei Oberlaussa (Gemeinde Weyer) eine Luchsin mit einem Jungen die Landesstraße auf dem Hengstpass überqueren gesehen und seine Sichtung den Nationalparkrangern gemeldet. Wildexperte Christian Fuxjäger montierte daraufhin in dem Gebiet weitere "Fotofallen" – Kameras, die mit einem Bewegungsmelder auslösen – bei Lichtungen und im Wald. Meistens befinden sich auf dem Computerchip Fotos von Rehen, Dachsen und Füchsen, die im Dunkeln geblitzt werden. Am 10. Oktober hielten die Kameras aber dann den Beweis fest, dass es nach vier Jahren endlich wieder Nachwuchs bei den Luchsen gibt. "Zuerst wurde das Muttertier geblitzt", sagt Fuxjäger, "eine Sekunde später löste das Junge dahinter die Videokamera aus." Die Fellzeichnung und die Zeitverzögerung schließen aus, dass es sich um ein und dasselbe Tier handelt.

Das Junge ist schon fast ausgewachsen, "es ist daher schon Mai, Juni zur Welt gekommen", sagt Fuxjäger, "das ist die übliche Wurfzeit bei den Luchsen." Auch dass er auf dem Foto als Muttertier die Luchsin "Luzi" erkannt hat, stimmt den Projektleiter optimistisch: "Der Nachwuchs stammt damit aus einer genetischen Linie, die eine Blutauffrischung bedeutet", sagt Fuxjäger.

Glücklich über den Nachwuchs bei den Luchsen ist auch Nationalparkdirektor Volkhard Maier: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Chance, dass unser Luchseprojekt gelingt, lebt damit wieder, und es ist schön, dass sich die Tierart in der Wildnis wieder selber reproduziert."

Derzeit zählen die Ranger im Gebiet des Nationalparks Kalkalpen sechs Luchse, drei Kuder, wie die Männchen genannt werden, und drei Katzen. Das Wiederansiedelungsprojekt der Raubkatzen, die einst in den Wäldern heimisch waren, ist zwischen Wildbiologen, Naturschützern und Jägern abgesprochen, die in der Steuerungsgruppe "Luka" an einem Tisch sitzen. Die illegalen Abschüsse der Raubkatzen hat auch der OÖ. Landesjagdverband als nicht zu tolerierende Wilderei stets scharf verurteilt.

Dass weitere Luchse zur Bestandsstützung in freier Wildbahn in der Schweiz eingefangen und im Nationalpark freigelassen werden, ist laut Nationalparkdirektor Maier derzeit nicht vorgesehen: "Wir freuen uns, dass es die Natur beim Nachwuchs aus eigener Kraft schafft."

Kommentare anzeigen »
Artikel Hannes Fehringer 06. November 2018 - 00:04 Uhr
Mehr Oberösterreich

Knalleffekt nach tödlicher Schlägerei in Shisha-Bar: Acht Verdächtige enthaftet

WELS/REGAU. Mazedonier in Regau erstochen: Nur einer der Verdächtigen bleibt in Untersuchungshaft.

Leonding: Pflegerin soll 20 Mal auf Opfer eingestochen haben

LEONDING. Nach der Messerattacke einer Pflegerin auf den 83-jährigen Ehemann einer Pflegebedürftigen am ...

Mehrere schwere Verkehrsunfälle in Oberösterreich

TRAUN/SIPBACHZELL/EBENSEE. In Ebensee (Bezirk Gmunden) ist am Samstag in der Früh auf der B145 eine ...

Aus für die Almen? Tiroler Urteil erzürnt Bauern

INNSBRUCK/LINZ. Wegen tödlicher Kuhattacke soll Landwirt 490.000 Euro zahlen.

45 Mal ohne Führerschein erwischt: Bosnier aus Österreich ausgewiesen

VÖCKLABRUCK. Der 23-Jährige sammelte Verwaltungsstrafen in der Höhe von 135.000 Euro an.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS