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Oberösterreich

Linzer Kellnerin erstochen: Mordverdächtiger gestand

LINZ. Monika Simmer (19) war am 10. März 1992 in Linz getötet worden. Kroaten droht noch lebenslange Haft: Frist war nicht abgelaufen.

Franz Simmer, 75 mit dem Foto seiner Tocher Monika Bild: Thomas Leitner

Binnen kürzester Zeit hat der Kroate Davor B. (44), der am Dienstag von Slowenien nach Linz gebracht worden war, im Verhör in der Nacht auf Mittwoch gestanden, Monika Simmer im Linzer Spiellokal „Casino-Treff“ in der Rainerstraße erstochen zu haben. Der Kroate hatte bereits im Dezember, als er in Slowenien aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden war, in der Haft das Verbrechen zugegeben.

Wie exklusiv berichtet, war Davor B. am Dienstag von Kriminalbeamten der Gruppe „Leib-Leben“ des Landeskriminalamtes unter der Leitung von Erich Allmer nach Linz zur Vernehmung gebracht worden. Der Rest war für die erfahrenen Ermittler Routine: Zu eindeutig war der DNA-Beweis gegen den Kroaten, der seit Mai 2012 vorlag.

Jetzt steht endgültig fest: Davor B. war der letzte Gast in dem Spiellokal, der für die Ermittler knapp 20 Jahre lang ein Phantom war. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, einen Verdächtigen eines derart schweren Verbrechens nach so langer Zeit ausforschen zu können“, waren auch die Ermittler der ehemaligen Bundespolizeidirektion Linz, die den Fall von 1992 bis Juni 2005 bearbeitet hatten, erleichtert.

Nach den Befragungen ist klar, dass der damals 24-jährige Davor B. im Lokal an einem Automaten gespielt und Geld verloren hatte. Kurz nach Mitternacht des 10. März 1992 kam es zum Drama: Monika Simmer wurde in dem Spiellokal mit Fäusten und wuchtigen Schlägen mit einer Bierflasche gegen den Kopf traktiert und auch mindestens zwei Minuten gewürgt.

Gerichtsmediziner war betroffen

„Eine so schlimm zugerichtete Leiche habe ich in meiner langjährigen Laufbahn selten erlebt“, sagte 1992 der damalige Gerichtsmediziner Klaus Jarosch nach der Obduktion. Als Todesursache stellte Jarosch (er starb 1997) fest, dass Monika Simmer ein abgebrochenes Bierglas in die rechte Halsseite gestoßen wurde. Dabei wurde die Schlagader völlig durchtrennt.

Trotz der lange zurückliegenden Tat könnte Davor B. bei einem Prozess in Linz noch lebenslange Haft drohen: Nach Paragraf 57 des Strafgesetzbuches ist zwar geregelt, dass nach einer Frist von 20 Jahren beim Delikt „Mord“ nicht mehr auf „lebenslang“ entschieden werden kann, doch die Spur zu Davor B. entdeckten die Kriminalisten knapp drei Monate vor Ablauf der 20 Jahre.

Nach der Einvernahme von Davor B. ist definitiv klar, dass der Mann den Reisepass, einen Bahnausweis und die Wohnungsschlüssel von Monika Simmer aus der Handtasche des Opfers sowie 3150 Schilling (rund 228 Euro) Bargeld mitgenommen hatte. Der Bahnausweis wurde einen Tag später an der Kreuzung Wurmstraße/Herrenstraße gefunden. Pass und Schlüssel blieben verschwunden.

Die Staatsanwaltschaft Linz stellte gestern einen Antrag auf Untersuchungshaft gegen Davor B. Er hat auch bereits vor der Haftrichterin des Landesgerichtes Linz die Tat gestanden.

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Artikel Gerhard Lukesch 17. Januar 2013 - 00:05 Uhr
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