Lade Inhalte...

Oberösterreich

Linzer Briefträger dürfen nicht mehr mit Bim und Bussen fahren

Von Robert Stammler   21. August 2012

Linzer Briefträger dürfen nicht mehr mit Bim und Bussen fahren
Beschwerden wegen Postwagerln

LINZ. Ab 1. September 2012 dürfen Briefträger innerhalb der Landeshauptstadt zum Zustellen von Post nicht mehr die Straßenbahnen und Busse der Linz Linien benutzen.

Bisher hatten die Post AG und die Linz AG eine jahrelange Vereinbarung, dass Briefträger für die Zustellung von Post mit Hilfe von Transportwagerln Bim und Busse verwenden dürfen. Die Postboten schoben den Transportwagen in den Fahrgastraum und fuhren mit dem öffentlichen Nahverkehrstransport ein bis zwei Stationen, um zum nächsten Zustell-Rayon zu gelangen.

„Es gab die Kulanzlösung, dass die Briefträger Bim und Busse möglichst außerhalb der Spitzenzeiten zwischen sieben und acht Uhr früh nutzen und nur ein Wagerl pro Garnitur zum Einsatz kommt“, sagt Karin Penn, Sprecherin der Linz AG. Doch in jüngster Zeit habe es zahlreiche Fahrgastbeschwerden wegen der Briefträger gegeben. „Die Wagerl sind immer größer geworden und die Gurte in den Kabinen für Kinderwägen sind zu schwach, um die Transportkarren der Post im Fall einer Notbremsung zu sichern“, sagt Penn. Teilweise seien bis zu vier Briefzusteller in einem einzigen Fahrzeug gewesen.

„Logistische Umplanungen“

In einem Brief des Postmanagements an die Linz Linien heißt es, das Unternehmen sei bemüht, bei der Zustellung in Linz so rasch wie möglich auf Fahrräder umzustellen. „Offenbar haben sich mehrere Fahrgäste gestört gefühlt“, sagt Stephan Fuchs, Pressesprecher der Postzentrale in Wien. Das Unternehmen sei nun in der „Endgestaltung für die logistischen Umplanungen“ im Linzer Stadtgebiet. Die Briefträger werden wieder angewiesen, zu Fuß zuzustellen oder bei weiteren Wegen Fahrräder und Mopeds zu verwenden. „Es ist eben so, aber es ist keine große Herausforderung für uns“, sagt Fuchs. Weniger entspannt sieht die postinternen Umstellungen in Linz Markus Sammer, Chef der Postgewerkschaft in Oberösterreich. „Das Unternehmen muss jetzt in Fahrräder und Mopeds investieren und wird gezwungen sein, die Kosten an anderer Stelle wieder einzusparen“, sagt der Personalvertreter. Er befürchtet Einschnitte, die die Post-Belegschaft treffen könnten. Per Rad oder Moped könne ein Briefträger nur etwa 20 Kilo Post ausliefern. Zusätzliche Betonkästen („Stützpunkte“) zur sicheren Lagerung der Briefe im öffentlichen Raum seien wohl erforderlich. Sammer warnt vor einer „Verhüttelung der Gehsteige“.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Oberösterreich

47  Kommentare expand_more 47  Kommentare expand_less