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Oberösterreich

Leos Mutter: "Wir wollen jetzt zu Hause wieder zur Ruhe kommen"

MITTERKIRCHEN/SARASOTA. Heute landet Leo S. in Wien. Seine Mutter sprach mit den OÖN über die Aufdringlichkeit mancher Medien und den Spagat zwischen Auskunftswillen und dem Gefühl, "Leute zu nerven".

Rudolf, Leo und Lena S. im österreichischen Konsulat in Florida Bild: Urban, Thier & Federer

Heute ist es soweit – jener 18-jährige Mühlviertler, dem der US-Bundesstaat Florida verbotenen Sex mit seiner 15-jährigen Freundin Amanda, einer US-Amerikanerin, vorgeworfen hatte – kehrt nach exakt 87 Tagen in den USA zurück nach Oberösterreich. Begleitet wird Leo S. von seinem Vater. Seine Mutter hatte schon vor einiger Zeit ihren Rückflug gebucht und muss deshalb separat heimfliegen.

Erst am Mittwoch, einen Tag vor dem Abflug, konnte Leo S. seinen bei der Verhaftung vor 73 Tagen eingezogenen österreichischen Reisepass am Bezirksgericht in Sarasota abholen. "Leo geht es sehr schlecht, er ist am Ende", sagt seine Mutter Lena S. in einem ausführlichen Gespräch mit den OÖNachrichten, bei dem sie einerseits die faire und ausgewogene Berichterstattung der OÖN ansprach.

"Sind traktiert worden"

Andererseits macht der Familie das übertriebene Interesse von aufdringlichen Boulevard-Medien zu schaffen, mit dem sie nicht gerechnet hätte. "Ein deutscher Fernsehsender hatte uns von Anfang an angeboten, eine Wohnung in Florida und die Anwaltskosten zu bezahlen, wenn sie uns mit einer TV-Kamera begleiten dürfen. Aber wir haben abgelehnt, weil wir das nicht wollen", sagt Lena S.

Auch ein österreichischer Fernsehsender habe die Familie bereits in den USA "traktiert", um zu einem TV-Interview zu kommen. Einen Auslandsösterreicher, der in Sarasota lebt, habe ein Medium angerufen und Geld geboten, damit er Fotos von der Passabholung mache. Er habe aber abgelehnt, weil er in dieser schweren Zeit ein Freund der Familie geworden sei.

Geärgert habe sich die Familie auch über die Methode einer österreichischen Boulevardzeitung. Eine schriftliche Antwort der Familie per E-Mail wäre "verdreht" und an die suggestive Fragestellung der Zeitung angepasst worden.

Die US-amerikanische Anwaltskanzlei, die Leo vertreten hat, hatte auch ein wachsames Auge auf dieKommunikation der Familie mit den Medien. Für die Beantwortung von Medienanfragen sollen der Familie allerdings 400 US-Dollar pro Stunde verrechnet worden sein. "Wir wollen jetzt zu Hause wieder zur Ruhe kommen", sagt Lena S. den OÖN. "Wir glauben, vielen Menschen geht unsere Geschichte eh schon auf die Nerven."

Am vergangenen Dienstag lernte Leo S. erstmals Staatsanwalt Ryan Felix persönlich kennen, der ihn wegen "lüsterner bzw. anstößiger Belästigung" einer Minderjährigen unter der Strafandrohung von 15 Jahren Gefängnis anklagen wollte.

Das Treffen soll sehr freundschaftlich verlaufen sein, obwohl der Staatsanwalt den ganzen Fall innerhalb der nächsten vier Monate wieder aufrollen könnte, sollte Leo S. im Internet oder persönlich Kontakt mit Amanda aufnehmen bzw. ihre Eltern sich gestört fühlen.

Video: In Leos Heimatgemeinde Mitterkirchen reagiert man erleichtert

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Artikel René Laglstorfer 12. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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