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Oberösterreich

Kinder-Medien-Studie: Volksschüler sind im Internet bereits alte Hasen

Von Philipp Hirsch   12. Juni 2012 00:04 Uhr

Kinder-Medien-Studie: Volksschüler sind im Internet bereits alte Hasen
Könnte Livia eher auf Fernseher oder Computer verzichten? Eine eindeutig sehr schwierige Frage.

LINZ. Wenn Livia Gruber vor dem Computer sitzt, könnte man glauben, die Siebenjährige habe nie etwas anderes gemacht. Sie meistert die Maschine eindrucksvoll – kein Wunder, denn sie ist mit dem PC aufgewachsen.

Eine Zeit vor der digitalen Epoche gibt es für sie nicht. Sie klickt sich intuitiv und gekonnt durch die Programme. Und sollte doch einmal etwas nicht so funktionieren, wie die kleine digitale Prinzessin es wünscht, ist ja immer noch Mama da, um zu helfen.

Am liebsten ist Livia auf Youtube unterwegs. Tiervideos und Bilder von Prinzessinnen haben es ihr besonders angetan. Stolpert sie irgendwo über etwas, das ihr gefällt, wird es in einem eigenen Ordner abgespeichert. Einige Hundert Bildchen hat sie schon beisammen.

Für ihre Mutter, Alice Gruber, ist die virtuelle Spielewelt der Tochter nicht bedenklich: „Etwa eine Stunde pro Woche verbringt sie im Internet. Dabei lasse ich sie so gut wie nie alleine.“ Zusätzlich zur mütterlichen Aufsicht wacht ein Computer-Programm darüber, dass sie nur jene Internetseiten besuchen kann, die für ihr Alter geeignet sind.

Die junge IT-Expertin ist in der Familie bereits gefragt, erst kürzlich hat sie ihrem Opa gezeigt, wie man ein Hintergrundbild erstellt. Livia ist mit ihrer Art Medien zu konsumieren ein ganz normales Kind des Jahres 2012, diesen Schluss legt die Oberösterreichische Kinder-Medien-Studie 2012 nahe. Das Fernsehen ist und bleibt die Nummer eins bei den Kindern – 38 Prozent der jungen Befragten können sich kaum einen schöneren Zeitvertreib vorstellen. Etwa eineinhalb Stunden pro Tag schauen die Sechs- bis Zehnjährigen in die Flimmerkiste. Computerspiele sind auf dem Vormarsch. Jedes fünfte Kind zählt das Spielen an PC oder Konsole zu seinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen. Das sind beinahe doppelt so viele wie in den Jahren zuvor.

Auch Livia spielt gerne. Sowohl mit realen Puppen als auch mit virtuellen Barbies, die sie am Monitor in grafisch simpel gestalteten Spielen anzieht und schminkt.

Mit dem Begriff „Facebook“ kann die Siebenjährige noch nichts anfangen. Handy hat sie noch keines. Ob sie denn eines wolle, fragen wir nach. „Nein, ich will ein Smartphone“, sagt die junge Dame selbstbewusst.

 

Kinder und Medien

- 15 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren haben bereits ein Facebook-Profil. Nach den Nutzungsbestimmungen der Plattform müssten die User allerdings mindestens 13 Jahre alt sein.

- 48 Prozent der oberösterreichischen Kinder spielen am liebsten draußen. 2007 waren es bloß 35 Prozent.

- 43 Prozent der jungen Befragten haben im Schulunterricht bereits über die Gefahren des Internets gesprochen.

- 502 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren wurden für die Kinder-Medien-Studie in persönlichen Interviews befragt.

- 1/3 der Kinder hat Zugang zu einem Smartphone oder einem Handy. Bei den Acht- bis Zehnjährigen sind bereits
43 Prozent passionierte Handynutzer.

- 1,5 Stunden am Tag sieht ein Kind in Oberösterreich durchschnittlich fern. Ein Leben ohne Fernseher können sich die wenigsten vorstellen.

Kinder im Internet

- 53 Prozent der jungen User geben an, das Internet hauptsächlich zur Informationssuche zu verwenden. 43 Prozent suchen nach Infos, die sie für die Schule benötigen.

- 37 Prozent: Nutzen das Internet-Videoportal Youtube.

- 29 Prozent spielen Online-Computerspiele. Besonders Browsergames sind sehr
beliebt.

- 1/5 der Kinder schreibt E-Mails.

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