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Oberösterreich

Kimberger an Regierung: "Schluss mit ständigen Reformen und Projekten"

Von OÖN   29. November 2018 00:04 Uhr

Kimberger an Regierung: "Schluss mit ständigen Reformen und Projekten"
Der Philosoph Konrad Paul Liessmann sprach bei der Versammlung des CLV in Linz.

LINZ. Tausende Pädagogen kamen gestern zu den Versammlungen der Lehrervereine

Deutliche Forderungen an die Bildungspolitik gab es auf den Versammlungen der Pflichtschullehrer zu hören, die gestern in Oberösterreich abgehalten wurden.

"Schluss mit der Dauerbevormundung und der Innovationshysterie in den Schulen!", sagte Paul Kimberger, Landesobmann des Christlichen Lehrervereins (CLV), vor rund 6000 Mitgliedern im Linzer Design Center. Kimberger kritisierte, dass "pausenlos neue Reformen und Projekte umgesetzt" würden. Aktuell sei es das Pädagogik-Paket der Regierung, das wieder Änderungen bringe.

Viele Lehrer seien überlastet, hätten neben Wissensvermittlung immer mehr administrative Aufgaben zu erfüllen. Zudem würden zunehmend Eltern mit dem Anwalt drohen, wenn die Noten ihrer Kinder nicht passen, andere stünden der Schule gleichgültig gegenüber. Kimberger: "Wir sollten über die Streichung von Transferleistungen für Eltern nachdenken, die nicht an der Bildung ihrer Kinder teilnehmen." Derlei Sorgen würden Lehrer mehr beschäftigen als Herbstferien oder Deutschpflicht in den Schulen. "Ich würde mir wünschen, dass das Land Oberösterreich das auch erkennt."

Stelzer grüßte per Video

Zudem erneuerte er seine Forderung nach mehr Ressourcen für die Schulen. Dem schloss sich Norbert Schnedl, der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, an: Bildung sei immerhin eine Investition in die Zukunft.

Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) – er befand sich auf einer Reise nach Israel, um das Friedenslicht zu holen – dankte den Lehrern per Videobotschaft für ihr Engagement. Bildungslandesrätin Christine Haberlander (VP) sprach sich sehr wohl für Reformen aus. "Bildung und Wirtschaft sind kein Entweder-oder, sondern ein Und." Es sei wichtig, jungen Menschen Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben zu meistern.

Streitpunkt Ziffernnoten

Rund 200 Pädagogen kamen bei der Versammlung des Freiheitlichen Lehrervereins (FLV) in Ansfelden zusammen, wo Dietmar Wokatsch-Ratzberger zum neuen Obmann gewählt wurde. Die Delegierten sprachen sich unter anderem gegen eine Erhöhung der Lehrverpflichtung, für Deutschpflicht an den Schulen und für die Beibehaltung bzw. Wiedereinführung von Sonderschulen in jedem Schulbezirk aus.

Während der FLV die Wiedereinführung der Ziffernnoten ab der zweiten Klasse Volksschule befürwortet, stieß genau dies bei der Versammlung der Unabhängigen Lehrer auf entschiedene Ablehnung. Rund 200 Pädagogen trafen sich im Volkshaus Dornach. Ein weiteres wichtiges Thema waren die Ressourcen für Schulen. "Wir wollen ausreichend Mittel, um für Kinder das beste Lernumfeld herstellen und sie fördern zu können und", sagte Vertreterin Renate Brunnbauer.

"Zunehmend eingeengt"
Rund 1000 Personen beim SLÖ

"Zunehmend eingeengt"

Unter dem Motto „Bildung braucht Freiheit“ stand die Versammlung des Sozialdemokratischen Lehrervereins (SLÖ) in der Kürnberghalle, zu der an die tausend Teilnehmer kamen. „Ein großes Thema war die zunehmende Einengung der Schulautonomie durch die Vorgaben der Regierung“, sagt Landesobmann Franz Turek. „Schulen bekommen etwa vorgeschrieben, wann sie Ziffernnoten geben sollen und dass sie Deutschklassen nach einer Testung einteilen müssen statt nach einem funktionierenden Sprachfördermodell vorzugehen. Das sehen wir sehr kritisch.“ Das Hauptreferat hielt der Autor und Journalist Florian Klenk.

Gehirnforscherin zu Gast

Aufbruchstimmung war gestern bei den rund 800 Besuchern der Versammlung der Grünen Pädagogen im Neuen Linzer Rathaus zu spüren. Neben einem Vortrag der italienischen Gehirnforscherin Manuela Macedonia, in dem sie unter anderem auf den Zusammenhang von Bewegung und Leistungsfähigkeit verwies, hob Personalvertreter Franz Kaiser die Anliegen der Lehrer hervor: „Sie brauchen die nötigen Ressourcen, entsprechende Arbeitsbedingungen, Strukturen und weniger Bürokratismus.“

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