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Oberösterreich

Kein Weihnachtsgeld für Muslime? Aufregung über Abstimmung

Von nachrichten.at   28. November 2016 16:04 Uhr

LINZ. In einer Facebook-Abstimmung haben die Freiheitlichen Arbeitnehmer Oberösterreich das Weihnachtsgeld für Muslime in Frage gestellt.

Heftige Diskussionen hat ein Facebook-Beitrag der blauen Arbeitnehmervertretung in Oberösterreich am Wochenende ausgelöst. Die Freiheitlichen Arbeitnehmer wollten von ihren gut 14.000 Fans wissen, ob es ein Widerspruch sei, dass auch Muslime Weihnachtsgeld ausbezahlt bekommen. Am Donnerstagabend erschien folgende Fragestellung auf ihrer Facebookseite: "Bald gibt es wieder Weihnachtsgeld. Auch für Moslems, die christliche Bräuche und Feste ablehnen. Wir findet ihr das?" 

Kein religiöser Brauch

Zwei Antwortmöglichkeiten gab es: Mit einem "Like" stimmte man für "Weihnachtsgeld sollte jedem zustehen, der bei uns arbeitet". Ein verärgertes Emoji stand für: "Sonst sind sie auch gegen alle christlichen Bräuche, dann sollen sie auch auf das Weihnachtsgeld verzichten".

Zur Erinnerung: Das 13. Gehalt ist weder ein christlicher Brauch, noch hat es irgendetwas mit Religion zu tun - es ist als Zusatzzahlung kollektivvertraglich geregelt und wurde ursprünglich dazu eingeführt, die Kaufkraft in der Vorweihnachtszeit zu steigern. 

Heftige Diskussion

Rund 600 Menschen haben an der Abstimmung teilgenommen. Nur gut ein Fünftel davon sprach sich dafür aus, dass das Weihnachtsgeld allen arbeitenden Menschen zusteht. Auf Facebook und Twitter wurde heftig über die Umfrage diskutiert. 

"Die FPÖ zeigt hier, dass es in ihren Forderungen nicht um die arbeitenden Menschen in Österreich geht, sondern darum, mit Rassismus Stimmen für ihre unternehmerfreundliche Politik zu fangen", kritisierte etwa die Initiative Aufbruch auf Facebook. 

"So daneben wie die FPÖ in Oberösterreich muss man mal unterwegs sein. Ich bin seit meiner Geburt ohne Bekenntnis - und soll nach FPÖ Logik also auch kein Weihnachtsgeld bekommen, oder?!", meinte dazu die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Oberösterreich, Fiona Kaiser. 

Nach viel Kritik wurde die Umfrage schließlich wieder gelöscht. "Wir wollten eine Diskussion anstoßen. Es geht darum, die Doppelmoral aufzuzeigen", sagte der Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer Gerhard Knoll in einem Standard-Interview. Man fordere natürlich keine Abschaffung des Weihnachtsgeldes für Muslime. 

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