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Oberösterreich

Kein Platz für Vorurteile in Mühlviertler Feriencamp

ST. OSWALD/ FREISTADT. 260 Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung verbringen in St. Oswald bei Freistadt eine gemeinsame Woche.

Kein Platz für Vorurteile in Mühlviertler Feriencamp

Die Schulfreunde Nico (rechts) und Marcel neben dem aufblasbaren Fußballfeld. Die beiden nehmen schon das vierte Mal am Feriencamp teil. Bild:

Nico und Marcel haben sich gerade auf dem aufblasbaren Fußballfeld ausgetobt, jetzt hüpfen die beiden 13-Jährigen über die Bande ins Gras. "Super ist es hier. Mir taugt es, dass immer etwas los ist. Ich bin schon zum vierten Mal da", sagt Nico, und Marcel nickt.

Die zwei Schulfreunde aus Kefermarkt verbringen derzeit eine Woche im Feriencamp in St. Oswald bei Freistadt. Das Besondere daran: Hier nehmen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung teil. Das Feriencamp, veranstaltet vom Regionalforum St. Oswald, findet heuer schon zum 21. Mal statt. Ins Leben gerufen hat es Obmann und Camp-Leiter Gerald Ortner. Für mich war immer klar, dass es ein inklusives Camp sein sollte", sagt er. Ortner ist überzeugt, dass alle vom Miteinander profitieren. "Berührungsängste verschwinden, und die Kinder verbringen ganz entspannt eine Woche miteinander."

Kein Platz für Vorurteile in Mühlviertler Feriencamp

Jonas ist neu im Zeltlager. Der Elfjährige ist mit seinen beiden jüngeren Brüdern angereist.

Rund 260 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 15 Jahren nehmen teil, 36 Betreuer sind für sie da. Auf dem alten Sportplatz von St. Oswald ist ein richtiges Zeltdorf aufgebaut: Neben den Unterkünften gibt es etwa ein Veranstaltungs- und ein Küchenzelt – gekocht wird vor allem mit regionalen Lebensmitteln –, einen Kiosk und Sanitärwagen.

Jeden Tag wird Programm angeboten, von einer Kinderolympiade über Go-Kart-Fahren bis zu einem Fackelzug. Auf der Wiese spielen Jugendliche Bubble Soccer, ein Feuerwehrmann erklärt einer Gruppe von gespannt lauschenden Kleineren, wie man einen Brand löscht, daneben übt der elfjährige Jonas Einradfahren. Er ist zum ersten Mal in seinem Leben in einem Feriencamp und sehr angetan von der Erfahrung: "Mir macht es Spaß, dass man so viele Sachen ausprobieren kann."

Keine Scheu voreinander

Theresa dagegen, die im Bastelzelt aus Papier kleine bunte Fische faltet, ist schon zum zehnten Mal dabei. Die 21-Jährige gehört zu den Jugendlichen mit Behinderung, die eine Woche in St. Oswald verbringen. "Es ist so cool hier", sagt sie begeistert. "Wir grillen, wir basteln, machen einen Ausflug zu einem Bauernhof. Und ich hab schon wieder so viele neue Leute kennen gelernt."

Kein Platz für Vorurteile in Mühlviertler Feriencamp

Ein "alter Hase" ist die 21-jährige Theresa, die heuer schon zum zehnten Mal dabei ist.

Es seien oft gerade die Kinder mit Beeinträchtigung, die das Eis brechen würden, sagt Betreuerin Silke, hauptberuflich Sportlehrerin in einer Wiener Oberstufe. "Bei der Disco zum Beispiel sind sie die Ersten, die mitmachen." Das würde auch den anderen die Scheu nehmen.

Für die Kinder scheint der pädagogische Wert weniger wichtig zu sein. Sie wollen vor allem eins: Spaß haben. So wie die zehnjährige Pia, die gerade auf dem Bungee-Trampolin Saltos geübt hat. "Mir gefällt’s, dass hier alle so gut drauf sind", sagt sie und setzt verschmitzt hinzu: "Und dass ich eine Woche nur mit meinen Freundinnen hab."

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Artikel Luise Walchshofer 13. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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