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Oberösterreich

Katastrophen kündigen sich nicht an: Wer ständig vorsorgt, ist im Vorteil

LINZ. Zivilschutzverband präsentiert Umfrage: Nur wenige wissen, was im Krisenfall zu tun ist.

Katastrophen kündigen sich nicht an: Wer ständig vorsorgt, ist im Vorteil

Hochwasser ist in Österreich eine reale Bedrohung. Bild: VOLKER WEIHBOLD

"Es wird schon nichts passieren! Und wenn, helfen ohnehin sofort die Einsatzorganisationen." Diese Vollkasko-Mentalität ist in weiten Teilen der Bevölkerung verankert und so falsch wie gefährlich: "Nur wer vorsorgt, ist klar im Vorteil", sagt Michael Hammer, Präsident des oberösterreichischen Zivilschutzverbandes.

Der Zivilschutzverband gibt Tipps, wie sich die Bevölkerung für Krisen wappnen kann. "Wir möchten damit keine Panik versprühen, allerdings sensibilisieren." Eine österreichweite Umfrage des Marktforschungsinstituts Spectra zeigt, dass dieses Vorhaben auch bitter notwendig ist, denn nur wenige der knapp 1100 Befragten gaben an, sich über Katastrophen den Kopf zu zerbrechen oder gar vorzusorgen.

Grobe Fehleinschätzungen

Die Umfrage zeigt auch, dass die Wahrscheinlichkeit von Krisenfällen unterschätzt wird: So ist in den Köpfen der Befragten die Gefahr eines großflächigen Stromausfalls, der in der Fachsprache als "Blackout" bezeichnet wird, nicht verankert. Außerdem werden die Auswirkungen eines "Blackouts" keineswegs als dramatisch eingeschätzt.

"Notmaßnahmen, wie der Einsatz von Notstromaggregaten, können nur kurzfristig das Netz aufrechterhalten", sagt Zivilschutzgeschäftsführer Josef Lindner. Besonders beeinträchtigt wären bei einem Stromausfall die Kommunikation, die Wasserversorgung, Sicherheitssysteme sowie Heiz- oder Kühlanlagen.

Aufgrund des Umfrage-Ergebnisses versucht der Zivilschutzverband nun mit Aktionen, wie Schulungen und der Verteilung von Infobroschüren, die Bevölkerung für Vorsorgemaßnahmen zu sensibilisieren: Sämtliche Personen in einem Haushalt sollten so gut auf Krisen vorbereitet sein, dass sie eine Woche lang ohne fremde Hilfe auskommen könnten, sagt Geschäftsführer Lindner. "Es muss die Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzorganisationen überbrückt werden, was Tage dauern kann."

Die Menge des Vorrats richtet sich nach der Anzahl der Familienmitglieder und deren Essgewohnheiten. Damit keine Mangelerscheinungen auftreten, brauche der Körper Kohlehydrate, Eiweiß, Fett und vor allem Wasser, mindestens zwei Liter pro Tag und etwa 2000 kcal.

Stresstest im Haushalt

Der Zivilschutzverband bietet auch geprüfte Notfallprodukte an: Erhältlich ist zum Beispiel ein Notfallradio mit LED-Lampe oder das Buch "Kochen im Katastrophenfall". Einmal pro Jahr empfiehlt sich auch ein Stresstest im Haushalt, bei dem Sicherheitseinrichtungen getestet werden und der persönliche Lebensmittelvorrat überprüft und erneuert wird.

Nähere Informationen zum Thema finden Interessierte unter www.zivilschutz-ooe.at

Bevorratung

Bereits beim Kauf der Vorräte ist es empfehlenswert, auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu achten und Produkte zu lagern, die mindestens ein Jahr lang haltbar sind.

Somit sind beispielsweise Mehl, Zucker, Reis und Teigwaren, Haferflocken, Dosen- und Fertiggerichte ideal für den Notvorrat geeignet.

Im Katastrophenfall kann es auch zu Störungen der Wasserversorgung kommen. Deswegen ist ein Wasservorrat (zwei Liter pro Person und Tag) notwendig.

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Artikel Peter Pohn 07. August 2018 - 00:04 Uhr
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