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Interview: Gerhard Maria Wagner

Von Von Helmut Atteneder   22.Juni 2009

Gerhard Maria Wagner

OÖN: Herr Pfarrer, was haben Sie heute Nachmittag gemacht?

Wagner: Ich hatte Besuch.

OÖN: An einen Kirchenbesuch haben Sie nicht gedacht?

Wagner: Die Versöhnungsmesse? Nein! Ich weiß nicht, was genau versöhnt sein soll. Ich sehe keinen Handlungsbedarf. Und Vorfälle wie bei der Fronleichnamsprozession in Linz mit der Fladenbrot-Monstranz ärgern mich.

OÖN: Hört sich nach willkommener Ausrede an.

Wagner: Nein! Ich habe vor etwa zwei Wochen vor Zeugen gesagt, dass ich an der Versöhnungsmesse teilnehmen werde. Aktionen wie jene mit der Monstranz – da geht es um die Einheit der Kirche.

OÖN: Was tun Sie dafür?

Wagner: Es gibt noch viel zu tun. Das Katholische muss deutlicher herauskommen. Die Spaltung in der Diözese ist da, das kann man nicht schönreden. Wenn ich heute ein Problem habe, muss ich hingehen, reden.

OÖN: Hatten Sie in jüngster Zeit mit Bischof Schwarz Kontakt?

Wagner: Wir haben vor zwei Tagen eine halbe Stunde lang telefoniert. Er hat mich zur Versöhnungsmesse eingeladen, ich habe ihm gesagt: Bitte mach es, wie du willst, aber wir beide haben nichts zu versöhnen. Ob er, was meine Person betrifft, ängstlich oder stark war, ist mir egal. Jeder hat einen anderen Lebensstil.

OÖN: So wie der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl.

Wagner: Ich kenne mich da nicht aus. Kennen Sie sich aus? Angeblich hat der Friedl seine Einstellung geändert, sagt Schwarz. Ich hoffe, er hat recht. Das ist für Friedl und den Bischof das Beste. Uns allen tut eine Umkehr gut.

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19. November 2019