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Oberösterreich

In Freinberg, Rufling und Ebensee kamen Maibäume Dieben sehr „gelegen“

LINZ. Am Maibaum-Stehlen scheiden sich die Geister. Was ist erlaubt, was verstößt gegen die „guten Sitten“? Drei Streitfälle der vergangenen Tage erhitzen die Gemüter.

In Freinberg, Rufling und Ebensee kamen Maibäume Dieben sehr „gelegen“

Erst wird er geschmückt und aufgestellt, dann drei Nächte gut bewacht: So ist es in vielen Regionen Oberösterreichs der Brauch. Bild: Hörmandinger

30 Meter lang ist der Maibaum, den die Stammtisch-Mitglieder beim Weinbeißer-Wirt in Freinberg (Bez. Schärding) am 1. Mai aufstellen. Nichts Böses ahnend, hatten sie ihn auf dem Parkplatz beim Wirtshaus zwischengelagert. Das merkte ein Gast aus Niederbayern, Mitglied der „Lustigen Maibaumbuam“ aus Salzweg bei Passau.

Die nahmen die Einladung zum Maibaum-Stehlen dankend an, denn in Niederbayern darf man auch einen „liegenden“ Maibaum mitgehen lassen. Mittwochnacht rückten sie an, luden das Diebesgut auf einen Transporter und fuhren damit im Triumphzug durch Passau. Weil die dortigen Behörden den Rücktransport der sperrigen Beute durch die Stadt untersagten, brachten sie die Maibaumbuam am Sonntag auf der Fähre über die Donau und in einem fünfstündigen Marathon zurück nach Freinberg, abgeschliffen und geschmückt. Wie’s im Bayerischen Wald der Brauch ist. „Sie haben bei uns eine Jause bekommen und 50 Euro als Auslöse für die Fährkosten“, sagt Wirtin Simone Diebetzberger.

Der Maibaum ist futsch, obwohl er noch gar nicht aufgestellt war, ein solches Sakrileg hat auch der Ruflinger Sportklub in Leonding zu beklagen. „Er ist am Waldrand neben der Straße gelegen, dann ist die Landjugend vom Nachbarort angerückt und hat ihn gestohlen“, sagt Obmann Franz Stöttinger. Ein irreguläres Vorgehen, „weil man ihn nur stehlen darf, wenn er geschmückt auf seinem Platz steht.“

Zum Maifest sind die Diebe jetzt vorgeladen, dann kommt’s zum nicht ganz ernst gemeinten Maibaum-Tribunal. „Ich mach’ den Staatsanwalt“, sagt Stöttinger. Bei einem Schuldspruch droht ihnen Arrest samt Verköstigung „von einem grauslichen Bier“.

Schluss mit lustig ist hingegen in Rindbach/Ebensee. Dort haben Unbekannte den abgelegten Maibaum Freitagnacht mit einer Handsäge mittendurch geschnitten und 700 Euro Schaden angerichtet – die Polizei ermittelt. „Wir haben zwar von den Bundesforsten einen Ersatzbaum bekommen, aber der ist noch im Saft und 400 Kilo schwerer“, sagt Feuerwehrkommandant Jürgen Fellinger: „Ohne Zusatzkräfte werden wir ihn nicht aufstellen können.“

 

Viele Bräuche beim Maibaum-stehlen

Die Regeln des Maibaum-Stehlens divergieren von Region zu Region, ja von Ort zu Ort. „Speziell im Mühlviertel gilt das Stehlen in den ersten drei Nächten nach dem Aufstellen und in den letzten drei Mainächten als brauchtumskonform“, sagt Stefan Lorenz, Obmann der Landjugend OÖ. Sobald der Maibaum zu Boden gebracht ist, gehört er den Dieben. Anders etwa in Munderfing oder Mining: Dort dürfen die Diebe nur eine Nacht bzw. zwei Nächte vor dem Aufstellen zugreifen. Er muss aber fertig geschmückt sein, denn erst dann wird er bewacht. Ein gestohlener Baum darf nicht beschädigt werden. Ausgelöst wird er mit Bier und Jause. Auskunft über die unterschiedlichen Regeln bietet die neue Maibaum-Landkarte unter www.ooelandjugend.at

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Artikel Alfons Krieglsteiner 30. April 2013 - 00:04 Uhr
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