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Oberösterreich

„Horrorhaus“ soll bald abgerissen werden

AMSTETTEN. Bis Sommer nächsten Jahres soll das „Horrorhaus“, in dem der Inzestvater Josef F. seine Tochter 24 Jahre in einem Kellerverlies gefangen gehalten hat, dem Erdboden gleichgemacht werden. Mit Verwertung der Liegenschaften wird die Hausbank abgefunden, die Opfer gehen leer aus.

Wer kauft Horrorhaus von Josef F.?

Bild: apa

Nichts, keine Fotos und auch keine Videoaufnahmen, sollen an den Ort des Schreckens erinnern. Der Masseverwalter im Konkursfall des früheren Immobilenmaklers Josef F., Walter Anzböck, will nach Rücksprache mit den Gläubigern und der Familie das Haus schleifen lassen, in dessen Kellerverlies der Hausherr seine Tochter 24 Jahre lang eingesperrt und vergewaltigt hat. Nach dem Abbruch, der ohne Kameras vonstatten gehen soll, wird das Grundstück verkauft.

Für die Opfer bleibt kein Geld

Die Verbrechensopfer werden von der Verwertung „nichts bekommen“, räumte Anzböck auch für ein Reihenhausprojekt an der Waidhofner Straße ein, für das er nun als Projektwerber von der Stadtgemeinde die Baugenehmigung erzwang. Josef F. hatte noch als freier Mann vor seiner Verhaftung Pläne für 13 Wohnbauten und ein Bürogebäude auf einem Villengrundstück eingereicht, das er zuvor von einer Witwe erworben hatte. Der zu lebenslanger Haft verurteilte Inzestvater „steuert nichts aus dem Gefängnis, baut nichts und wird auch davon keinen Erlös haben“, stellte Anzböck gestern klar. Er habe lediglich im Interesse der 21 Gläubiger handeln müssen. Nutznießer wird einzig die Landes-Hypobank sein, die im Grundbuch für beide Amstettner Liegenschaften mit Haftungen über 2,2 Millionen sowie einer Million Euro besichert ist. Wenngleich über Josef F.s Schulden Stillschweigen vereinbart wurde, sagte Anzböck: „Für die Opfer wird nichts übrigbleiben.“

Eine Wohnbaugesellschaft als Bauträger hat der Masseverwalter noch nicht an der Hand. Die Genehmigungen, für die er auch eine Devolutionsklage gegen das Land NÖ. als Wasserrechtsbehörde in den Raum stellt, sollen den Wert der Liegenschaft erhöhen.

Sollte Josef F. wie angekündigt Memoiren veröffentlichen, werde Anzböck als Masseverwalter alle Einkünfte aus dem Buch beanspruchen. Trauriges Detail am Rande, das den Wahnsinn des Kriminalfalles in Amstetten beschreibt: Josef F. hat für seine Tochter Elisabeth schon als 13-jähriges Mädchen eigens ein Wohnrecht im Elternhaus ins Grundbuch schreiben lassen. Wenige Jahre später zerrte der Vater den Teenager in den Keller und hielt sie wie eine Sklavin gefesselt. Der Abriss des Hauses, sagte Anzböck, sei bei der Tagsatzung ein Wunsch der Familie gewesen.

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Artikel Von Hannes Fehringer 10. November 2010 - 00:04 Uhr
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