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Oberösterreich

"Hochsicherheitsland" - 450 neue Polizisten bis Ende 2017

Von Philipp Hirsch   04. November 2016 00:04 Uhr

"Hochsicherheitsland Oberösterreich" 450 neue Polizisten bis Ende 2017
Bessere Ausrüstung, neue Infrastruktur und mehr Beamte: Die oberösterreichische Polizei rüstet massiv auf.

Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek (FP) bedauert "Bürgerkriegsaussage" und spricht nun von "Konflikten". Landeshauptmann Pühringer lobt die "höchst kompetente Polizei".

Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und der freiheitliche Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek werden wohl keine dicken Freunde mehr. Der Sicherheitsreferent hatte sich in einem Interview am 21. September gesorgt, dass "in ein oder zwei Generationen Bürgerkriege programmiert" seien. Gegen diese Einschätzung trat Pilsl in den Wochen danach vehement auf. Sein Standpunkt: "Kriegsrhetorik ist in Oberösterreich vollkommen fehl am Platz."

Bei einer von Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) einberufenen Pressekonferenz unter dem schwammigen Titel "Aktuelle Sicherheitsthemen" waren die beiden Kontrahenten gestern darum bemüht, Einigkeit auszustrahlen. Insgesamt fünf Mal betonte Podgorschek vor den Journalisten, wie sehr er die "hervorragende Arbeit" der Exekutive schätze. Pilsl nahm dieses Lob zufrieden lächelnd entgegen. Über seine Bürgerkriegsszenarien wollte Podgorschek gestern nicht mehr so gerne sprechen. Seine Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, sagte er, räumte aber gleichzeitig eine ungeschickte Wortwahl ein: "Es wäre wohl besser gewesen, von Konflikten zu sprechen. Aber als Innviertler sagt man Dinge einfach geradeheraus."

Mehr Polizeischüler

Pühringer stellte sich gestern demonstrativ vor die Polizei: "Oberösterreich ist ein Hochsicherheitsland. Trotzdem nehmen wir alle Bedenken der Bürger ernst." Noch bis Ende des Jahres sollen 100 junge Polizisten ihren Dienst antreten. 227 Polizeischüler begannen heuer ihre Ausbildung. Ihnen stehen 104 Abgänge (Pensionierungen, Todesfälle und Austritte) gegenüber. Im kommenden Jahr sollen wieder mindestens 225 Polizeischüler ihre Ausbildung beginnen. Insgesamt sollen also bis Ende 2017 mindestens 450 neue Polizeibeamte hinzukommen. Gleichzeitig wird die Polizei ihre Infrastruktur in Oberösterreich – wie berichtet – massiv ausbauen. Ein neues Einsatz-Trainingszentrum soll neben dem Schießplatz in Sattledt (Bez. Wels-Land) entstehen. Die Bezirksleitzentralen sollen in einer neuen Landesleitzentrale zusammengefasst werden. "Der gesamte Streifendienst in Oberösterreich wird dann von Linz aus organisiert", kündigt Pilsl an.

Das Landesamt für Verfassungsschutz wurde ebenfalls massiv ausgebaut. Statt 28 Beamte werden künftig 44 dort ihren Dienst versehen.

Oberösterreichweit wird die Kriminalitätsrate heuer zum ersten Mal nach zehn Jahren wieder steigen. "Unsere Aufzeichnungen zeigen einen Anstieg bis zum 3. Quartel 2016 um acht Prozent", berichtet der Landespolizeidirektor. Vor allem die Landeshauptstadt sei für diesen Anstieg verantwortlich. Pilsl: "Bei den Suchtmitteldelikten erleben wir einen Anstieg, weil wir verstärkt kontrollieren." Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Die Zahl der angezeigten Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser sank laut Statistik um mehr als 30 Prozent.

Große Anti-Terrorübung 2017

Landeshauptmann Pühringer betont zwar, dass es keine Hinweise auf eine terroristische Bedrohung in Oberösterreich gebe, trotzdem beauftragte er den Landespolizeidirektor, für das kommende Jahr eine großangelegte Anti-Terrorübung vorzubereiten. "Wir glauben nicht, dass etwas passiert. Wenn aber doch etwas kommt, was Gott verhüten möge, sind unsere Polizisten dafür gerüstet."

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