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Oberösterreich

Hitlerhaus wird Einrichtung für behinderte Menschen

16. Dezember 2016 00:05 Uhr

Hitlerhaus wird Einrichtung für behinderte Menschen
Das Geburtshaus Hitlers.

BRAUNAU. Die jahrelange Diskussion um die zukünftige Nutzung des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau scheint vorerst beendet zu sein.

Nachdem der Nationalrat am Mittwoch die Enteignung der bisherigen Besitzerin beschlossen hatte, trafen sich gestern Innenminister Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann Josef Pühringer und der Braunauer Bürgermeister Johannes Waidbacher (alle VP) bei einem Arbeitsgespräch in Linz, um über die zukünftige Nutzung dieses historisch vorbelasteten Ortes zu diskutieren. Grobe Meinungsverschiedenheiten gab es gestern keine. "Wir haben uns nach einem ausführlichen Gespräch entschieden, das Gebäude nicht abzureißen", sagte Pühringer. Stattdessen soll das Hitlerhaus einer "sozialen Verwendung im Behindertenbereich" zugeführt werden.

Bereits von 1977 bis September 2011 war das Geburtshaus von Adolf Hitler als Tagesheimstätte und Werkstätte für Menschen mit Behinderung von der Lebenshilfe genutzt worden. Seither stand des Gebäude leer.

Nach den Vorstellungen der Politik soll die einstige Nutzung wiederbelebt werden. Der Lebenshilfe wird neuerlich die Nutzung des Gebäudes angeboten. Bevor es soweit ist, soll ab Jahresbeginn eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Innenministeriums, des Landes und der Stadt Braunau alle offenen Fragen abklären. "Wenn es ein tragfähiges Konzept für die Liegenschaft gibt, dann denken wir gerne über dieses Angebot nach", sagte Lebenshilfe-Geschäftsführer Gerhard Scheinast. Der Bedarf für eine weitere Lebenshilfe-Werkstätte sei in Braunau jedenfalls gegeben. "Aber in puncto Barrierefreiheit entspricht das Haus nicht einmal Minimalanforderungen." Nicht einmal kleinste Änderungen waren diesbezüglich in der Vergangenheit möglich, "daher sind wir damals ausgezogen", sagt Scheinast. Das alles gelte es jetzt zu besprechen, auch Fragen der Finanzierung werden zu klären sein.

Eine vom Innenministerium eingesetzte Kommission hat bereits im Vorjahr vorgeschlagen, durch eine tiefgreifende architektonische Veränderung den "Wiedererkennungswert und die Symbolkraft des Gebäudes dauerhaft zu unterbinden". Ob es diesen radikalen Umbau des Hauses geben wird, ist unklar.

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