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Oberösterreich

Helmut Ortner: Theaterverrückt seit mehr als 60 Jahren

Helmut Ortner hat im Linzer Kellertheater rund 120 Rollen gespielt.

Theaterverrückt seit mehr als 60 Jahren

Helmut Ortner Bild: privat

Er ist ein Charmeur der alten Schule, der den Handkuss ebenso wie den humorvollen Smalltalk beherrscht. Und Helmut Ortner versteht sich darauf, Anekdoten zu erzählen. Geboren am 11. April 1927 in Aschach an der Donau, hat der Bankbeamte eine Schauspielausbildung absolviert. Für ein Engagement in Baden bei Wien hätte er einen Anzug gebraucht, den konnte er sich damals nicht leisten. Also heuerte er 1954 in der VOEST an, übernahm die firmeneigene Bühne, um für die Kollegenschaft Theater zu spielen. Doch er und seine theaterverrückten Kollegen wollten vor größerem Publikum spielen – ein Kellerraum im Café Goethe an der Linzer Goethekreuzung wurde bezogen, das Kellertheater begründet: "Wir haben mit einer Uraufführung, dem Stück ,Der große Wugram’ des Linzer Autors Karl Wiesinger begonnen." Es folgten weitere Uraufführungen, darunter auch Stücke von Cocteau und Sartre. Ein Engagement am Landestheater Linz 1956 unterbrach die Ortner’sche Kellertheater-Beziehung, schnell aber kehrte er wieder zurück. "Die Boulevard-Schiene war ursprünglich nicht geplant, aber wir mussten Unterhaltung anbieten, sonst hätte das Theater in den 50ern nicht überlebt". 1957 erfolgte die Übersiedlung auf den Linzer Hauptplatz.

Helmut Ortner hat rund 120 verschiedene Rollen gespielt, lange Zeit war er auf der Bühne der jugendliche Liebhaber, langsam wurde er älter: "Dann wird der Liebhaber eben zum Bonvivant und geht ins Charakterfach über!" Als besondere persönliche Sternstunde sieht er seine Rolle in "Die Sternstunde des Josef Bieder" in den 90ern.

Mit zahlreichen Auszeichnungen und dem Berufstitel Professor wurde seine Arbeit auch von offizieller Seite gewürdigt. 1990 hat er die Theaterleitung an seinen Sohn Wolfgang übergeben. Zuletzt stand er 2010 auf der Bühne. Drei Mal pro Woche geht Ortner ins Fitnessstudio, was dem 87-Jährigen auch anzusehen ist. Noch jünger aber wirkt er, wenn er übers Theater plaudert, denn dann blitzt jugendlicher Schalk in den Augen auf.

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Artikel Silvia Nagl 17. September 2014 - 00:04 Uhr
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