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Oberösterreich

"Gut, wichtig und richtig sind die Schritte, die unser Bischof hier setzt"

Von OÖN   21. November 2018 00:04 Uhr

"Gut, wichtig und richtig sind die Schritte, die unser Bischof hier setzt"
Bischof Manfred Scheuer bekommt nach dem Diözesanforum in Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels viele positive Zurufe.

LINZ. Umbruch in der Kirche: Reaktionen aus den Pfarrgemeinden zum "Zukunftsweg"

"Wir bekommen ganz viele positive Rückmeldungen. Sogar im Bus sprechen mich die Leute an, dass sie die Öffnung der Kirche gut finden. Auch bei den Mitarbeitern herrscht Erleichterung", sagt Gabriele Eder-Cakl. Die Pastoralamtsleiterin ist es, die den laufenden "Zukunftsweg – Kirche weit denken" leitet.

Wie von den OÖN bereits vorweg berichtet, gab es im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels eine "Halbzeitbilanz". Das Ergebnis: Bischof Manfred Scheuer erlaubte, dass Laien aufgrund der "Personalnot" wieder taufen dürfen. Außerdem schrieb der Bischof Papst Franziskus einen Brief. Darin verwies er auf Forderungen in seiner Diözese nach einer Weihe von bewährten verheirateten Männern ("viri probati"), einer Entbindung vom Zölibat sowie nach dem Frauendiakonat.

Wie wird dieser Weg aber nun in den Pfarren aufgenommen?

"Umdenken muss stattfinden"

Peter Inzinger, Pfarrgemeinderatsobmann von Scharten (Bezirk Eferding) sagt im OÖN-Gespräch: "Ich kann das alles nur unterschreiben, was hier passiert ist. Es muss ein Umdenken stattfinden. Wenn immer weniger Priester mehr Aufgaben übernehmen müssen, fehlt die Beziehung zu den Leuten in den Pfarren."

Hermann Starzinger, Pfarrgemeinderatsobmann der Stadtpfarre Ried im Innkreis, sagt: "Ich bin dankbar, dass sich der Bischof artikuliert, dem Papst schreibt – und hoffe, dass er etwas bewegt. Es geht um die personelle Besetzung der Pfarren. Das Diakonat für Frauen gehört her, genauso die bewährten, verheirateten Männer. Priester, die wegen einer Beziehung ausscheiden mussten, sollen zurückgeholt werden." Starzinger war bis zu seiner Pensionierung Direktor einer Bank in Ried.

"Gut, richtig und wichtig" nennt Johann Schwarzbauer-Haupt, Obmann des Pfarrgemeinderats der Pfarre St. Konrad auf dem Linzer Froschberg die nun gesetzten Schritte. Dass das Diakonat weiter den Männern vorbehalten bleibe, obwohl Pastoralassistentinnen die gleiche Ausbildung haben und auch die gleiche Arbeit wie ihre männlichen Kollegen machen, "ist wirklich nicht einzusehen." In weiterer Folge, so Schwarzbauer-Haupt, "sollen auch Frauen für das Priesteramt zugelassen werden." Entscheidungen, die aber nur im Vatikan fallen können und für die es Unterstützung von anderen Bischöfen braucht. "Ich hoffe sehr, dass Rom diese Schritte in absehbarer Zeit setzt."

"Es ist gut, wenn diese strukturellen Themen, die die Diskussion vordergründig bestimmen, möglichst bald positiv erledigt werden", sagt Irmgard Sternbauer, Pfarrassistentin in Freistadt: "Damit sich die Kirche wieder auf ihre wichtigste Aufgabe konzentrieren kann – die Nähe zu den Menschen."

Die nächsten Schritte

Der Weg ist noch nicht zu Ende. Mitte Jänner folgt in Wels der nächste Schritt, es geht um Strukturänderungen. "Was da genau passieren wird, kann ich Ihnen noch nicht sagen", sagt Pastoralamtsleiterin Eder-Cakl. Ihr Fazit: "Ein guter Anfang ist gemacht, aber ich weiß natürlich auch, dass es einzelne gibt, die die Neuerungen nicht gut finden werden. Aber die haben sich nicht gemeldet." Aus ihrer Sicht hat die Diözese jedenfalls das gemacht, was sie beeinflussen kann.

 

Dieses Thema wurde in der gestrigen Sendung von OÖN-TV ebenfalls behandelt. Die Sendung zum Nachverfolgen:

 

Zahlen zur Diözese Linz

Wegen „Personalnot“ kommt mittlerweile fast jeder sechste Priester in Oberösterreich aus dem Ausland. Der Großteil stammt aus Polen (51). Aus Afrika kommen 27 (davon 17 aus Nigeria) und aus Deutschland 17 Priester.

50 Prozent weniger Kirchenbesucher, 27 Prozent weniger Priester, zwölf Prozent weniger Mitglieder gibt es im Vergleich zu vor 20 Jahren. Insgesamt wirken zur Zeit 597 Priester in der Diözese.

Der Altersmedian bei den Weltpriestern in Oberösterreich liegt bei 70, bei den Ordenspriestern bei 67 Jahren. Die ältesten Priester sind: Franz Lang (Stiftspriester St. Florian) und Herbert Kretschmer, beide sind schon 96 Jahre alt.

Die jüngsten Priester sind derzeit: Seelsorger P. Philipp Faschinger (Ordenspriester Karmeliten, Jahrgang 1988) und Pfarrprovisor P. Aloisius Pernegger-Schardax (Stiftspriester Schlierbach), Jahrgang 1986.

Vier Priester der Diözese Linz müssen gleich fünf Pfarren betreuen. Diese vier Priester sind: Markus Klepsa, Nikola Prskalo, Karl Sperker und Franz Starlinger. Zehn Priester haben vier Gemeinden, 50 Priester drei Pfarren, in denen sie tätig sind.

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