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Oberösterreich

Gerhard Kunesch: Der Direktor kämpft gegen Windmühlen

Flughafenchef Kunesch muss sich dem Wandel der Luftfahrtbranche stellen.

"Linz–Istanbul spätestens ab Sommerflugplan 2018"

„Ich weiß, das ist fast geschäftsschädigend, aber wenn das Wetter passt, bin ich im Urlaub am liebsten in Österreich.“ Gerhard Kunesch, Direktor des Linzer Flughafens Bild: sd

Es gibt kaum undankbarere Jobs in Oberösterreich als jenen von Gerhard Kunesch. Der 60-Jährige ist seit 1998 Direktor des Flughafens Linz und versucht den kleinen Regionalflughafen zwischen den Drehkreuzen Wien und München vor der Bedeutungslosigkeit zu retten.

In seinen 18 Jahren in Hörsching hat sich die Luftfahrtbranche dramatisch verändert. Die europäischen Fluglinien stehen unter enormem Kostendruck, viele Anbieter haben rechtzeitig fusioniert oder sind in Konkurs gegangen. Bei den verbliebenen Airlines jagt ein Sparprogramm das nächste. Für einen Regionalflughafen wie Linz bleibt wenig Luft zum Atmen. Kunesch steht dennoch oft in der Kritik, weil das Flugangebot ab Linz stark ausgedünnt wurde.

„Das ist nicht immer lustig“, sagt der Niederösterreicher im OÖN-Interview (auf Seite 11). Seine Wahlheimat Oberösterreich hat der Absolvent der TU Wien trotzdem ins Herz geschlossen. Mittlerweile sei sein soziales Umfeld hier größer als in Tulln, wo der Familienmittelpunkt des zweifachen Vaters und zweifachen Großvaters ist.

Die Luft- und Raumfahrt begleitet Kunesch sein Berufsleben lang. Start war bei der Charterfluglinie Montana Austria, dann stieg er um zur Lauda Air. 15 Jahre arbeitete er für Dornier an Satelliten- und Space-Shuttle-Projekten, bevor der Ruf aus Linz kam. „Wenn ein Satellit fertig ist, wird er in einen Container verpackt und verschickt. Wenn ich aus meinem Bürofenster am Flughafen schaue, dann lebt es.“

Mehr Flieger als auf dem Rollfeld stehen in Kuneschs Büro, wo verschiedenste Flugzeugmodelle die Regale zieren. Privat war der Flughafenchef jahrelang als Segelflieger unterwegs. Der Familie zuliebe hat er die Luft gegen das Wasser getauscht und ist jetzt begeisterter Segler. Mit einem dreiwöchigen Urlaub auf einem Katamaran in der Südsee verwirklichte er sich vergangenen Oktober einen Traum. Dabei verreist er in seiner Freizeit gar nicht so gern. „Ich weiß, das ist fast geschäftsschädigend. Aber wenn das Wetter passt, bin ich im Urlaub am liebsten in Österreich.“

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Artikel Susanne Dickstein 06. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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