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Oberösterreich

Frostnacht in Oberösterreich: Landwirte beklagen große Schäden

LINZ. Verglichen mit Südösterreich kam die heimische Landwirtschaft aber glimpflich davon.

Frostnacht in Oberösterreich: Landwirte beklagen große Schäden

Die Feuerwehr befreite in der Steiermark Hagelnetze vom Schnee. Bild: APA/ Feuerwehr Petersdorf

In den frühen Morgenstunden musste Edelbrenner Hans Reisetbauer am Donnerstag den Kampf gegen den Frost verloren geben. Die ganze Nacht waren er und seine Mitarbeiter in Axberg (Kirchberg-Thening) auf den Beinen, um zu retten, was zu retten ist. Mit brennenden Heuballen unter den Obstbäumen versuchten sie, dem Frost entgegenzuwirken. Alle Mühen fruchteten nicht. Die Temperatur sank auf minus 2,8 Grad ab.

Vor allem den Zwetschken hat dieser Kälteeinbruch übel mitgespielt. "Wir haben einen Schaden von mindestens 60.000 Euro. Das ist eine Katastrophe für uns. Gegen die Natur waren wir machtlos", sagt Reisetbauer. Auch in Luftenberg im Bezirk Perg ging in der Nacht auf Freitag ein Rettungsversuch eines Obstbauern in die falsche Richtung: Die von ihm entzündeten Feuerstellen verursachten aufgrund des Niederdrucks derart viel Rauch, dass die Feuerwehr mit einem Großaufgebotanrücken musste. 

Enorme Ernteausfälle

Verglichen mit dem Obstbauern Rudolf Wiesmayr aus Scharten ist Reisetbauer glimpflich davongekommen. Dessen Marillenernte ist zerstört. Auf 300.000 bis 400.000 Euro beziffert er den Schaden. Auch Horst Hubmer – ebenfalls Marillenbauer in Scharten – hat seine gesamte Marillenernte eingebüßt: "Wir haben alles getan, um die Frostschäden so gering wie möglich zu halten. Trotzdem sind 100 Tonnen Marillen unbrauchbar." Nicht nur Zwetschken und Marillen haben in der Frostnacht gelitten. Daniel Koller vom Mühlviertler Apfelhof in Goldwörth rechnet mit einem Ernteausfall in der Höhe von rund 100.000 Euro.

Wie hoch die Schäden in der oberösterreichischen Landwirtschaft insgesamt ausgefallen sind, lasse sich derzeit noch nicht sagen, heißt es aus der Landwirtschaftskammer. Abteilungsleiter Christian Krumphuber ist sich aber sicher, dass es Oberösterreich nicht so schwer erwischt hat wie den Süden der Republik.

In Kärnten hat ergiebiger Schneefall enorme Schäden angerichtet. Die Kärntner Landwirtschaftskammer befürchtet erhebliche Einbußen. Bei Mais und Raps sprechen die Experten sogar von einem "Totalausfall". Laut der Hagelversicherung sind österreichweit mindestens 25.000 Hektar betroffen.

Alleine in der Steiermark werden Schäden von bis 125 Millionen Euro befürchtet. "Vom Frost schwer beschädigt wurden vor allem Wein-, Obst- und Ackerkulturen, wie Kürbis aber auch Spezialkulturen wie Christbäume und Spargel", sagt Hagelversicherungs-Chef Kurt Weinberger.

Mit ein Grund für die massiven Schäden sei die Klimaerwärmung: Die Vegetationsperiode beginnt immer früher. Die jungen Triebe und Pflanzen werden für Spätfröste immer empfindlicher. Die Landwirtschaft werde mit diesem Phänomen in Zukunft deutlich öfter rechnen müssen, sagt Weinberger.

Mittel aus Katastrophenfonds

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (VP) sagte den geschädigten Bauern gestern Unterstützung zu. "In einigen Regionen sind die Schäden existenzbedrohend", sagte der Minister. Finanzminister Hans Jörg Schelling habe ihm aber versichert, dass Mittel aus dem Katastrophenfonds für die Landwirte zur Verfügung gestellt werden. 

Viele Haushalte ohne Strom

Der Neuschnee hat den Süden Österreichs fest im Griff. Besonders schwer traf es Kärnten. Aufgrund des Wintereinbruchs waren am Donnerstag rund 9000 Haushalte ohne Strom, der Großteil davon in den Bezirken Klagenfurt, Villach-Land und Völkermarkt. „Wir haben rund 200 Monteure im Einsatz“, sagt Josef Stocker, Sprecher der Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Kelag). Zusätzlich musste der Zugverkehr teilweise eingestellt werden.

Durch den dichten Schneefall blieben auch zahlreiche Autofahrer auf der Karawankenautobahn stecken. Einige mussten bis zu sechs Stunden auf die Weiterfahrt warten. Das Rote Kreuz versorgte die Autofahrer mit heißen Getränken und Essen. „Die Schneefallgrenze ist etwas tiefer gesunken als berechnet. Daher blieb so viel Schnee liegen“, sagte Christian Stefan von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

„Dieses Wetter ist für Ende April äußerst ungewöhnlich“, sagt der Meteorologe. Selbst der Experte ist nicht davon ausgegangen, dass es in Kärnten derartig viel schneien würde. 

 

 

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Artikel hip, mef 29. April 2016 - 00:04 Uhr
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