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Oberösterreich

"Forststraßen auch für Mountainbiker öffnen"

Von Herbert Schorn   15. März 2014 00:04 Uhr

Dietmar Gruber
Dietmar Gruber verbringt seine Freizeit gerne auf dem Mountainbike – und will das uneingeschränkt tun.

SCHLIERBACH. Mit seiner 20.000-Mitglieder-Plattform kämpft Dietmar Gruber für freies Radeln auf Wander- und Forstwegen.

Ein Fall aus Niederösterreich macht derzeit deutlich, wie groß die Kluft zwischen Jägern und Mountainbikern ist: Nachdem ein Jagdpächter eine Gruppe von Bikern auf Unterlassung klagte, weil sie durch einen Wald auf dem Muckenkogel in Lilienfeld gefahren war, starteten Aktivisten eine Online-Petition. Sie wurde bis jetzt von mehr als 8000 Menschen unterstützt. Auch von Dietmar Gruber. Der Schlierbacher Unternehmer gründete vor drei Jahren mit Rad-Profi Gerhard Zatrobilek die Plattform www.upmove.eu. Sie hat nach eigenen Angaben 20.000 registrierte User.

Ein Ziel Grubers ist, dass nicht nur Wanderer, sondern auch Mountainbiker auf allen Wanderwegen und Forstraßen frei unterwegs sein können – und nicht nur auf ausdrücklich erlaubten Strecken. Denn die wirklichen Mountainbiker wollen nicht auf Forststraßen fahren, sagt er: "Daher ist man in Österreich faktisch zum Gesetzesbruch gezwungen."

 

OÖN: Sie unterstützen den Online-Protest von Mountainbikern gegen die Klage eines Jägers auf dem Muckenkogel. Warum?

Gruber: Weil es zeigt, dass ein Unrecht derzeit gesetzlich Recht ist. Wir wehren uns dagegen, dass es einige wenige gibt, die sagen, wer den Wald benützen darf und wer nicht. Heute versucht man, mit den Jagdgesetzen die Wegefreiheit für Wanderer, die es seit den 1970er-Jahren gibt, wieder einzuschränken. Das passiert unter dem Deckmantel des Wildschutzes. Wir sind dafür, dass die Forststraßen und Wanderwege nicht nur für Wanderer, sondern für alle Erholungssuchenden geöffnet werden. Danach könnte man darüber reden, dass gewisse Gebiete gezielt gesperrt werden, um für bedrohte Tierarten einen Rückzugsraum zu schaffen. Der müsste dann aber auch für die Jäger gelten.

Wenn alle Wege geöffnet werden – wer soll bei Stürzen oder Schäden haften?

Wenn ich von einer Freigabe spreche, spreche ich auch davon, dass das auf eigenes Risiko passiert. Wer mit dem Mountainbike fährt, sucht ja keine Straßen. Er muss mit Hindernissen rechnen und seine Fahrweise anpassen.

Viele Jäger argumentieren, dass die Biker das Wild verscheuchen. Was halten Sie davon?

Wir tun nichts anderes als andere Erholungssuchende auch. Ich bin viel mit dem Mountainbike unterwegs und stelle fest, dass das Wild nicht flüchtet, obwohl wir mitunter sehr direkten Kontakt mit den Tieren hatten. Zum Beispiel Gämsen: Die beobachten uns, wenn wir kommen, gehen in den Unterstand und beobachten uns dort weiter.

Viele Grundstücksbesitzer ärgern sich, wenn Mountainbiker über Wiesen und Wälder fahren. Können Sie das verstehen?

Ja, natürlich. Querfeldein über eine Wiese oder im Wald abseits von Wegen zu fahren, das geht nicht. Zum Fahren gibt es Wege und Straßen, das propagieren wir.

In Oberösterreich gibt es 2600 Kilometer Mountainbike-Strecken. Das reicht Ihnen aber nicht. Warum?

Ich wohne im Kremstal. Wenn ich da mountainbiken will, muss ich etwa 30 Kilometer fahren. Im Großraum Linz gibt es genau eine Strecke. Viele der Strecken gehen am Ziel vorbei. Nach einer Umfrage suchen 80 Prozent der Bergradler Single-Trails und nicht Forst- oder asphaltierte Bergstraßen, wie die meisten offiziellen Strecken.

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