Feuerwehrler retteten ihren Arbeitsplatz vor den Flammen

15.September 2011

Normalerweise retten und schützen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr das Hab und Gut anderer. Gestern halfen sie sich selbst und retteten ihren eigenen Arbeitsplatz. „Ich hab den Rauch gerochen und sofort reagiert“, sagt Christian Scharnböck. Er verständigte die Feuerwehr und die Firmenleitung. Mit ein paar Kollegen raste er im eigenen Pkw zum nahen Zeughaus der Freiwilligen Feuerwehr Steining und fuhr mit dem Löschwagen zurück.

Als die alarmierte Feuerwehr wenig später eintraf, hatten er und seine Arbeitskollegen – allesamt Mitglieder der örtlichen Feuerwehren – den Brand schon unter Kontrolle. Hätte Scharnböck den Rauch nicht entdeckt, das Feuer hätte wohl längere Zeit ungestört wüten können. Der Schaden wäre groß gewesen. „Der Brand hätte sich von der Entlüftungsanlage aus schnell verbreiten können“, sagt Scharnböck.

Für ihn war das alles selbstverständlich, das große Tamtam um seine Person scheint ihm eher unangenehm zu sein, schließlich sei es ja als Freiwilliger Feuerwehrmann seine Aufgabe, Brände zu bekämpfen.

Die eigene Firma gerettet zu haben, ist aber „ein gutes Gefühl“, räumt der 34-Jährige ein. Immer wieder betont er, dass er ohne seine Kollegen keine Chance gehabt hätte, das Feuer zu löschen. Die Arbeitskollegen, die ihm halfen, kommen von drei verschiedenen örtlichen Feuerwehren. Schon früher haben sie bei großen Einsätzen gemeinsam gelöscht. Aber dass sie ihr Können einmal verwenden würden, um die eigene Arbeitsstelle zu retten, haben sie sich nicht träumen lassen.

„Auch die Namen der anderen sollten in die Zeitung“, sagt Scharnböck. Ein Wunsch, den wir gerne erfüllen: Johann und Thomas Rager, Michael Watzl, Franz Stricker (FF Reitenberg), Thomas Doninger, Michael Draxlbauer (FF Pehinger), Patrick Mitterbuchner (FF Steining). (hip)