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Extremismus-Vortrag: "Wochenblick" wegen übler Nachrede verurteilt

Von nachrichten.at/apa   16.März 2018

Prozess im Landesgericht Ried

Die Verhandlung drehte sich um die Berichterstattung über den Abbruch eines Extremismus-Vortrages an einer Linzer Schule auf Intervention des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Roman Haider. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Grund für die Privatklage des Welsers Thomas Rammerstorfer gegen "Wochenblick" ist ein von diesem publizierter Artikel mit dem Titel "Kassierte Rammerstorfer Schüler illegal ab?". (Wir haben darüber berichtet) Darin wird dem Extremismus-Experten vorgeworfen, von den Schülern "Eintrittsgeld" abkassiert zu haben. Darin sieht der Welser eine üble Nachrede. 

"Das ist nicht schlampig, sondern peinlich"

Er habe 170 Euro bereits im Vorfeld des Vortrages erhalten, so Rammerstorfer. "Wenn kein Geld da gewesen wäre, hätte ich es auch so gemacht", sagte Rammerstorfer. Beides bestätigte in der Verhandlung der als Zeuge geladene Lehrer, der den Vortrag organisiert hatte: Er habe das Geld im vornhinein eingesammelt und an den Vortragenden übergeben. Dieser habe davor angeboten, auch gratis zu kommen.

Der Autor des Artikels rechtfertigte sich, er beruhe auf Informationen von zwei Schülern und der Schüler-Vertretung. Richter Andreas Rumplmayr fragte: "Wie wäre es gewesen, wenn man ein bisserl recherchiert hätte?" Und später: "Das ist nicht schlampig, sondern peinlich." Das Urteil: Der Wochenblick muss wegen übler Nachrede 3.000 Euro an Rammerstorfer zahlen. Dagegen wurde Berufung angekündigt, deshalb nicht rechtskräftig.

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17. Juni 2019