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Oberösterreich

Ein Juwel, das Linz viel bringen könnte

Von Von Karin Schütze   05. Juni 2009 00:04 Uhr

Ein Juwel, das Linz viel bringen könnte
Hervorragende Architektur: Linzer Tabakfabrik

Seit heute ist die Tabakfabrik im Eigentum der Stadt Linz. Wie das historische Gebäude künftig genutzt werden soll, darüber diskutierten hochkarätige Fachleute am Mittwoch in der Linzer Landesgalerie.

Gestern beschloss der Linzer Gemeinderat den Kauf der Tabakfabrik, in der der Eigentümer Japan Tobacco den Betrieb mit 31. Oktober einstellt. Wie könnte die weitere Zukunft des historischen Gebäudes aussehen? Zu Gast bei dem von OÖN-Redakteur Erhard Gstöttner moderierten Gespräch waren Helmut Lackner, stellvertretender Direktor des Technischen Museums Wien, Robert Bauer, Vorstand des Instituts für Organisation an der Linzer Kepler Universität und der Linzer Finanzstadtrat Johann Mayr (SP).

„Eine große Chance“

„Die Tabakfabrik ist der einzige Linzer Bau von europaweiter Bedeutung. Darauf sollten wir stolz sein“, betonte Lackner. „Ich finde es mutig, dass die Stadt die Tabakfabrik gekauft hat“, streute auch Universitätsprofessor Bauer der Stadt Rosen für ihre Entscheidung zum Kauf. Die Kombination des großen Fabrikareals von 70.000 Quadratmetern mit einer mittelgroßen Stadt wie Linz sei bisher einzigartig und daher „eine große Chance und Herausforderung“ für die Landeshauptstadt.

Von Bauer stammt auch ein Konzept zur künftigen Nutzung mit einem kulturell-kreativen Schwerpunkt, erstellt im Auftrag der Stadt Linz: „Linz kann nicht Wien schlagen, hat aber eine Chance, sich als Second City zu etablieren. Die Frage ist: Wie kann die Tabakfabrik dazu einen Beitrag leisten?“

Linz weiter aufwerten

Die Antwort sieht Bauer vorrangig in einer kreativwirtschaftlichen Nutzung: „Wenn Linz sich im Wettbewerb als wirtschaftlicher Standort weiterhin behaupten will, wird der kulturell kreative Sektor zu einem Schlüsselfaktor.“ Denn ein solcher würde Schlüsselkräfte anlocken und diese wiederum die Betriebe. Wobei es weniger um Raumangebote gehe, sondern vor allem darum, einen Zusatznutzen zu schaffen: „Wir müssen Wertschöpfungsketten schaffen statt einzelne Betriebe anzusiedeln“, ist Bauer überzeugt.

Künftig könnte die Tabakfabrik Absolventen der Kunstuniversität Linz für Ateliers und Galerien dienen. Oder für postgraduale Bildungsangebote genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit seien auch Kultureinrichtungen für Kinder oder ein umfassendes Angebot für Filmproduktionen.

Denkbar seien aber auch geschützte Werkstätten: „Wenn man Kultur im Sinn des Umgangs miteinander – mit Schwächeren der Gesellschaft – versteht.“ Wofür auch immer die Entscheidung letztlich fällt, wichtig sei bei der Umsetzung vor allem, „Klarheit zu wahren, damit am Ende kein Gemischtwarenladen herauskommt, sondern eine Identität für die Zukunft von Linz und eine engere Beziehung zwischen Wirtschaft und Kultur“, wünscht sich Bauer.

Finanzstadtrat Mayr sprach sich dafür aus, „möglichst viele Nutzer in die Entwicklungsarbeit miteinzubeziehen“. „Was ich mir aber nicht wünsche, ist ein primitives Spiel zwischen Stadt, Land und Bund oder den Parteien“, so Mayr.

Bestandsaufnahme

Ein wohlgemeinter Rat kam von Industrie- und Kunsthistoriker Lackner: Er plädierte dafür „eine detaillierte Bestandsaufnahme zu erstellen, was noch erhalten ist und worauf man besonders achten soll.“

Denn auch die Inneneinrichtung der alten Fabrik, die einem Gesamtkunstwerk gleicht, mache sie zu einem „Juwel der Architekturgeschichte“, sagte Lackner. Ein Schatz, um den Linz nun reicher ist, den es aber erst zu heben gilt.

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