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Oberösterreich

Ein Haus für japanische Waisen: „Kinder sind sehr verschreckt“

Nach dem Erdbeben sind die 60 Mädchen und Buben im japanischen Kinderheim Ichinoseki noch immer schwer traumatisiert. Ihr sehnlichster Wunsch: ein erdbebensicheres Zuhause. Mit Hilfe von Caritas, Maltesern und den OÖNachrichten soll dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

Ein Haus für japanische Waisen „Kinder sind sehr verschreckt“

Die vergangenen Wochen haben Spuren hinterlassen. Bild: rofi

Die größeren Kinder des Kinderheimes in Ichinoseki sind Schwester Caelina eine große Hilfe, wenn die Erde – wie am Donnerstag – nochmals bebt. „Die Kinder wollen sich nützlich machen, Verantwortung übernehmen“, erzählt die Leiterin jenes Heimes, dessen Wiederaufbau die österreichischen Bundesländerzeitungen, die Caritas und die Malteser unterstützen.

Schon beim großen Erdbeben am 11. März haben sie die Nacht durchwacht und viele Dienste übernommen. „Wenn ein Nachbeben kommt, muss man zum Druckabbau Türen und Fenster öffnen“, erklärt Schwester Caelina, „und da muss man schnell sein.“ Beteiligt haben sich die „Großen“ auch am Wasserschöpfen. „Durch das Beben haben sich auch die Wasserrohre verschoben“, erzählt die Schwester. Das Wasser musste abgedreht werden – eine Versorgung durch die Präfektur war nicht möglich, da die Verbindungsstraßen nicht befahrbar waren. So musste das lebensnotwendige Nass aus dem Brunnen der Nachbarin geschöpft werden.

Im Notfall Flucht

Doch auch sonst versuchen sie, ihren kleinen „Geschwistern“ so gut wie möglich zu helfen. Besonders die Vierjährigen seien noch immer sehr verschreckt. Sie haben extreme Angst vor Nachbeben und wollen in der Nacht noch immer in ihren Kleidern schlafen, damit sie im Notfall schneller flüchten können, schildert die Nonne knapp ein Monat nach dem Beben.

Durch das schwere Erdbeben am Donnerstag dürften diese Traumata noch weiter zugenommen haben. Um sie aufarbeiten zu können, bekamen und bekommen die Kinder Unterstützung: Gleich nach dem Erdbeben habe die Psychotherapeutin „mental care“, also psychische Betreuung, auf freiwilliger Basis angeboten, weiß die Nonne. Auch das Spielzimmer ist für die Therapie wichtig. „Den Kindern gefällt es sehr gut, sich hinter einer Maske oder einer Mütze zu verstecken“, erzählt die Schwester. „Dann sind sie nicht sie selbst, sondern jemand anderer.“ Auch mittels Ritualen wird versucht, das Geschehene zu bewältigen: „Am Sonntag nach dem Erdbeben haben wir der Toten gedacht. Aber ich habe auch gesagt, dass wir danken müssen, dass wir lebend davongekommen sind. Wir haben uns unter den Schutz der Muttergottes gestellt und gebetet“, so die Heimleiterin. Und das schöne Wetter hilft ebenfalls.

Ungewisse Zukunft

Unterstützt bei ihrer Arbeit wurde die 47-jährige Nonne in den vergangenen Wochen auch von vier Mitschwestern. „Ich bin aber die einzige Deutsche“, schmunzelt Schwester Caelina. Als sie vor 17 Jahren nach Japan kam, besuchte sie zwei Jahre lang eine Sprachschule in Tokio: „Japanisch zu lernen war schwer. Es ist sogar jetzt noch schwer.“ Wie es weitergeht, sei schwer abschätzbar. So gehe man nicht nur mit dem Lebensmittelvorrat, sondern auch mit dem Heizmaterial sorgfältig um. Denn weitere Nachbeben könnten die Region um Ichinoseki nochmals schwer erschüttern und von der Außenwelt abtrennen.

 

Aktionstag: Auch Nachtwächter helfen

Der Bau eines Kinderheimes in Japan wird auch von den Linzer Nachtwächtern unterstützt - und zwar in Form eines Aktionstages. Am 20. April werden von
14 Uhr bis 21 Uhr stündlich Führungen durchgeführt. Treffpunkt ist beim Alten Rathaus. Der Eintritt von sieben Euro kommt zur Gänze dem Bau des Kinderheimes zu Gute. Anmeldung unter 0664 / 4303164 oder E-Mail: linz-nacht-waechter@gmx.at

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Artikel Monika Schachner 12. April 2011 - 00:04 Uhr
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