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Oberösterreich

Dunjas Mutter verzeiht Hass-Posting

Von Alfons Krieglsteiner   12. August 2015 00:04 Uhr

FELDKIRCHEN. Der 17-Jährige Welser, der nach einem Hass-Posting gegen ihre Tochter entlassen wurde, möge seinen Arbeitsplatz wiederbekommen. Darum bittet die Mutter des Mädchens den Arbeitgeber des Burschen.

Es war ein Hass-Posting, das den 17-jährigen Kfz-Lehrling Jürgen H. aus Wels, wie berichtet, seine Lehrstelle bei Porsche kostete. Er hatte das Foto des syrischen Flüchtlingsmädchens Dunja (6), das wegen der Hitze von der Feuerwehr Feldkirchen an der Donau eine Dusche bekommen hatte, mit den Worten kommentiert: "Flammenwerfer wäre die bessere Lösung." Daraufhin wurde er vom Dienstgeber gekündigt. Jetzt hat Dunjas Mutter, die 33-jährige Yasmin B., ihre Betreuer in der Asylunterkunft, der Fachschule Bergheim, gebeten, beim Chef des 17-Jährigen die Rücknahme der Kündigung zu erbitten. Sie wolle nicht, dass Jürgen H. durch diese unüberlegte Aktion Nachteile habe.

Zuständig für die Betreuung der 60 Flüchtlinge in Feldkirchen ist das Rote Kreuz OÖ. Dort gab man sich gestern auf OÖN-Anfrage zurückhaltend: "Dunjas Familie ist am Montag in eine Unterkunft der Volkshilfe in Ampflwang übersiedelt, wir sind nicht mehr zuständig", hieß es. Bei aller Großmütigkeit von Dunjas Mutter sei es nicht Aufgabe des Roten Kreuzes, dem 17-Jährigen zu helfen, "dass er seinen Job wiederbekommt". Auch bei der Porsche Holding bleibt man reserviert: "Wir stehen derzeit unverändert zu unserer Entscheidung." Auf OÖN-Anfrage hieß es dann aber doch: "Wenn von Dunjas Mutter eine entsprechende Bitte an uns herangetragen würde, müssten wir uns den Fall noch einmal anschauen." Der 17-Jährige hat sich von dem fremdenfeindlichen Posting bereits distanziert.

"Sie ist so ein liebes Dirndl!"

Auf Initiative einer Ottensheimer Polizistin ist Dunja am Montag um 9 Uhr mit ihrer Mutter und drei Geschwistern in Ampflwang eingetroffen. Dort stellt die Volkshilfe 65 Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Pakistan drei Stockwerke in einem Gebäude der Kinderfreunde Linz zur Verfügung. "Wir haben nur diese eine Familie aufnehmen können, denn das Haus ist voll", sagte Betreuerin Inge Zweimüller. 25 weitere Asylwerber aus Feldkirchen wurden in der aufgelassenen Straßenmeisterei von Ottensheim untergebracht.

Edeltraud Allerstorfer, Lehrerin an der Fachschule für Gesundheits- und Sozialberufe in Bergheim, an der 30 Kinder von 16 Flüchtlingsfamilien auch Deutschunterricht erhalten, hat schon zahlreiche Spenden für die Flüchtlinge organisiert. Ihr bleibt Dunja in bester Erinnerung: "Sie ist so ein liebes Dirndl!" Ganz im Sinn von Dunjas Mutter hofft sie, "dass die Firma die Kündigung für den 17-Jährigen noch einmal überdenkt".

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