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Drohungen und illegale Demos: Die brutalen Methoden der Glücksspielmafia

Von OÖN   15.März 2018

Plötzlich standen sie vor seinem Haus. Mehr als 20 Männer, teils vermummt mit Sonnenbrillen und Kapuzen, in der Hand große Schilder, die auf dicken Holzlatten montiert waren. "Österreich ist Polizeistaat" und "Festnahmen ohne Rechtsgrundlage veranlasst", war darauf zu lesen. Lautstark zogen sie durch die ruhige Siedlung, in der ein Beamter der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck mit seiner Familie wohnt. Er hatte sich an die Gesetze gehalten und die Schließung eines Wettlokals in Schwanenstadt veranlasst, in dem illegales Glücksspiel betrieben wurde. Seitdem hat er keine Ruhe mehr.

Drogenhandel und Prostitution

"Die Situation zu Hause ist mittlerweile sehr angespannt", sagt er im Gespräch mit den OÖNachrichten. An die Öffentlichkeit möchte er zum Schutz seiner Familie nicht treten. Die Demonstration Ende Februar wurde verspätet  angemeldet, aber von der Bezirkshauptmanschaft nicht genehmigt. Auch jene, die am Dienstag vor dem Haus eines anderen Mitarbeiters der BH abgehalten wurde, fand illegal statt. Beide mussten von der Polizei aufgelöst werden. Viele der Teilnehmer sind der Polizei bekannt. Wie die OÖN aus Ermittlerkreisen erfuhren, soll es sich bei den Drahtziehern der Aktionen um eine albanische Gruppierung handeln. Sie sollen nicht nur im illegalen Glücksspiel aktiv sein – auch illegale Prostitution und Drogenhandel wird den Männern vorgeworfen. Die Gruppe soll zur Untermauerung ihrer Forderungen auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschrecken. Es seien eindeutig "mafiöse Strukturen" vorhanden, sagt ein Polizist.

Dass die Männer zur Einschüchterung der Beamten Demonstrationen abhalten, stößt Oberösterreichs Polizei-Pressesprecher David Furtner sauer auf: "Sie nutzen das hohe Grundrecht in Österreich aus. Das ist mit Sicherheit keine unbescholtene Bürgergruppierung", sagt er.

Das Video zur Demonstration haben die Teilnehmer selbst ins Internet gestellt – und die Beamten der Bezirkshauptmannschaft namentlich der Willkür, der Korruption und der Missachtung von Menschenrechten beschuldigt.

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16. Juni 2019