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Oberösterreich

Die zärtlichen Stiere vom Traunsee

ALTMÜNSTER. Stil statt Brutalität: Die Taurus-Pass in Altmünster pflegt archaisches Brauchtum.

Die zärtlichen Stiere vom Traunsee

Archaisches Brauchtum mit langer Tradition und ohne Alkohol Bild: Manfred Keller

Wenn in den Tälern des Salzkammerguts die Tage kurz und die Nächte lang werden, kommt die Zeit der Wintergeister. Sie erinnern an eine ferne Vergangenheit, als die Menschen die kalte Jahreszeit mit aller Macht vertreiben und den Frühling herbeistampfen wollten.

In Altmünster erhält die Taurus-Pass das archaische Brauchtum am Leben. Die 27-köpfige Truppe begeistert seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten mit spektakulären Auftritten. Im Unterschied zu anderen Perchten- und Krampusläufen geht es dabei aber nicht um das Tarnen von Aggression als Tradition. "Alkohol hat bei unseren Veranstaltungen nichts verloren", sagt Obmann und Gründer Christian Schallmeiner (58). Mehr noch: "Wir legen großen Wert darauf, dass Kinder sich nicht fürchten." Wenn ein Knirps angesichts der wilden Gestalten zu weinen beginnt, haben diese sich umzudrehen – so lautet die vereinsinterne Regel. Ohnehin kommt es viel öfter vor, dass sich die wilden Gesellen mit kleinen Besuchern verbrüdern. Die Tränen fließen dann erst, wenn die zottelige Umarmung wieder gelöst werden muss.

Außerdem ist es der Taurus-Pass (Taurus ist die lateinische Bezeichnung für Stier) wichtig, dass die Zuschauer verstehen, welche Tradition hinter den Perchten- und Krampusläufen steht. Diese werden deshalb moderiert, ihre Details erklärt. Zum Beispiel der Umstand, dass Krampusse an der Holzrute und dem Hörnerpaar erkennbar sind. Perchten wedeln mit einem Rossschwanz und haben mehr als ein Hornpaar.

Dass die Krampusse hierzulande seit einigen Jahren immer mehr von Perchten verdrängt werden, beschäftigt Schallmeiner. "Das ärgert mich ein wenig", sagt er. "Beide gehören in unsere Region. Die Zeit vor Weihnachten gehört eher dem Krampus, die Zeit danach den Perchten. Und beide haben nebeneinander Platz."

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Artikel Edmund Brandner 06. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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