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Oberösterreich

Die „Oberliga“ der Sprache: Sprichwörter, Redensarten, Zitate

LINZ. Wer einem anderen mit dem Götzzitat kommt, verwendet kein Sprichwort, sondern ein „geflügeltes Wort“. Ein Sprichwort ist hingegen: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt!“ Was es mit Redewendungen, Sprichwörtern, Zitaten auf sich hat, weiß Sprachforscher Stephan Gaisbauer.

Sie sind die „Oberliga“ der Sprache: Sprichwörter, Redensarten, Zitate

„Ein As im Ärmel haben“ ist eine typische Redensart: Die Worte sind im übertragenen Sinn gemeint. Bild: Wodicka

Der 43-jährige Sprachkundler vom Linzer Stifter-Institut arbeitet mit dem pensionierten Linzer AHS-Professor Jakob Ebner sowie Experten aus Wien und Regensburg am neuen „Sprachatlas Oberösterreich“. Da geht es auch um Redewendungen und Redensarten, um „geflügelte Worte“ und Sprichwörter.

„Nur wenn ich die beherrsche, beherrsche ich auch die Sprache eines Landes oder einer Region wirklich“, sagt Gaisbauer. Redensarten und Sprichwörter seien die „Oberliga“ des Sprachenlernens, zwischen beiden bestehe aber ein gravierender Unterschied.

Redensarten beginnen oft als Zitate, die früher vor allem der Bibel entnommen wurden, später aus Literatur oder Musical. So lange man sich ihrer Herkunft als Zitat bewusst ist, spricht man von einem „geflügelten Wort“, die Verbreitung ähnelt der Verbreitung von Witzen. Allmählich tritt die „Quelle“ in den Hintergrund, und aus dem „geflügelten Wort“ wird eine Redensart oder -wendung. Redewendungen sind grammatisch flexibel, bestehen oft nur aus einem Satzteil („auf den Hund kommen“). Typisch ist, dass es sich um fixe Bilder handelt, die sich nicht ändern lassen: „Jemanden zur Weißglut bringen“, da lässt sich „Weißglut“ nicht durch „Rotglut“ ersetzen. „Redensarten bedienen sich der uneigentlichen Rede, die Worte werden im übertragenen Sinn verwendet“, sagt Gaisbauer.

Sprichwörter bestehen aus einem feststehenden Satz, der nicht variiert werden kann, und enthalten stets eine moralische Kommentierung. „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“, zum Beispiel. Sprichwörter gehören wie die Märchen zum Volksgut, ihre Schöpfer sind längst vergessen.

Grammatikalische Eigenheiten ortet Gaisbauer heute vor allem bei der „Jugendsprache“, die sich durch zahlreiche Verkürzungen auszeichne: „Gemma Bahnhof“, das kommt ganz ohne Präposition aus. Hinzu kommen typische Steigerungssuffixe wie „urcool“, „megageil“ oder „vollgasschön“. Und die so genannten „Diskursmarker“ – am bekanntesten wohl das „Oida“, ein Signalwort, das die Zugehörigkeit zur Gruppe der „Jungen“ ausdrückt.

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Artikel Von Alfons Krieglsteiner 10. Juli 2010 - 00:04 Uhr
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