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Oberösterreich

Die Hälfte der Linzer Eisenbahnbrücke nicht sanierbar – Gutachter für Neubau

09. Mai 2012 00:04 Uhr

Gutachten zur Zukunft der Eisenbahnbrücke

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Bild 1/10 Bildergalerie: Eisenbahnbrücke-Neubau

LINZ. „Ich mache keinen Hehl daraus, meine Präferenz ist ein Neubau.“ Es ist eine eindeutige Empfehlung, die Josef Fink, Univ.-Prof. für Stahlbau an der TU Wien, hinsichtlich der Zukunft der Linzer Eisenbahnbrücke ausspricht.

Am Dienstag wurde anlässlich einer Pressekonferenz das Ergebnis eines technischen Gutachtens präsentiert. Stadt Linz und die ÖBB als Eigentümerin der Brücke haben die Expertise in Auftrag gegeben.

In einem 86-seitigen Gutachten hat sich der Experte mit weiteren Nutzungsmöglichkeiten des 112 Jahre alten und denkmalgeschützten Bauwerkes beziehungsweise mit der Möglichkeiten einer Sanierung auseinandergesetzt. So ist Fink zu dem Ergebnis gekommen, dass die bestehende Brücke mit laufenden Reparaturen zwar länger als bis Ende 2012 genutzt werden kann. Aufgrund des desolaten Zustandes der Brücke müsste bei einer Sanierung jedoch rund die Hälfte der Brücke komplett neu gemacht werden. Kostenschätzung Finks: 40 Millionen Euro. Bisher war man von wesentlich geringeren Sanierungskosten ausgegangen.

Grund für die Verteuerung: Um die Eisenbahnbrücke zu sanieren und für künftige Anforderungen (zweite Schienenachse, Schiffsverkehr) fit zu machen, müsste das Bauwerk um einen Meter verbreitert und einen Meter angehoben werden. Weiters wäre eine Verstärkung der Strompfeiler erforderlich. Dazu wiederum sei es erforderlich, das Tragwerk an Land zu verfrachten. Die Sanierung würde drei Jahre dauern. Insgesamt 35 Monate wäre die Brücke nicht verwendbar, so Fink.

Zwei Brücken oder nur eine?

Zusätzlich untersuchte der Wiener Universitäts-Professor die Möglichkeit, zur sanierten Eisenbahnbrücke eine Nebenbrücke für den Individualverkehr zu errichten. Die Gesamtkosten würden sich auf 90 bis 98 Millionen Euro belaufen. Zum Vergleich: Die Errichtungskosten für ein komplett neues Tragwerk betragen laut Finks Berechnungen 57 Millionen Euro. „Der entscheidende Vorteil einer neuen Brücke wäre, die Strömungsverhältnisse blieben unverändert und es gäbe keine Auswirkungen im Hochwasserfall, weil keine zusätzlichen Strompfeiler erforderlich wären“, sagt Fink. Zudem würde bei einer komplett neuen Brücke der Verkehr nur eine Woche lang unterbrochen. Während der Bauzeit könnte der Verkehr über die alte Eisenbahnbrücke rollen und diese erst danach abgerissen werden.

„Für mich ist das Gutachten eine klare Empfehlung für einen Neubau“, sagt der Verkehrsreferent der Stadt Linz, Klaus Luger (SP). Nun liege der Ball jedoch bei ÖBB und Bundesdenkmalamt.

Die ÖBB als Eigentümerin der Eisenbahnbrücke wollen nach Auskunft ihres Sprechers, Mario Brunnmayr, das Gutachten erst mal genauer studieren und dann entscheiden. Ob ein Antrag an das Bundesdenkmalamt auf Aufhebung des Denkmalschutzes ergehen wird, will man nicht kommentieren. Die Letztenscheidung jedenfalls liegt beim Denkmalamt. Nur sie kann den Denkmalschutz aufheben und so den Weg freimachen für einen Abriss der alten Eisenbahnbrücke und für einen kompletten Neubau. (rofi)

Das Gutachten zur Eisenbahnbrücke:

 

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