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Oberösterreich

Der Gerichtstermin in Florida fand nicht statt: Leo muss weiter zittern

SARASOTA/WIEN. Schicksal des jungen Mühlviertlers ungewiss – Nächster Verhandlungstermin völlig offen.

Leo S. mit seinen Eltern. Bild: Urban Thier & Federer

Im Fall des 18-jährigen Mühlviertlers Leo S., dem die Behörden im US-Bundesstaat Florida verbotenen Sex mit einer 15-Jährigen vorwerfen, hat der für gestern angesetzte Termin am Gericht von Sarasota nicht stattgefunden. Das teilte Peter Guschelbauer, Sprecher des Außenministeriums in Wien, am Abend mit. Carl-Christian Thier, der Verteidiger des 18-Jährigen, traf aber den Ankläger zu einem Gespräch.

Laut den Informationen des Außenministeriums hat der Staatsanwalt bei diesem Treffen allerdings nicht durchblicken lassen, ob er Anklage erheben oder diese fallen lassen will. "Man wartet auf die Entscheidung des Staatsanwalts, dieser ist aber nicht unter Zeitdruck", so Guschelbauer.

Offen bleibt, wie es nun weitergeht. Dem Außenministerium zufolge war der gestern geplatzte Termin der bisher einzige, der offiziell bekannt gegeben worden war. Der Ball liegt nun bei der Anklagebehörde.

Thier und sein Mandant waren davon ausgegangen, dass es nach zweieinhalb Monaten zu einer Entscheidung kommen würde: Um 15 Uhr unserer Zeit war die erste Anhörung im Justizzentrum von Sarasota County angesetzt gewesen. Der Richter sollte entscheiden, ob Leo S. bis zu 15 Jahre in Haft kommt. Hätten sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft hingegen geeinigt, wäre er mit einer Geldstrafe davonkommen.

"Es ist eine Liebesbeziehung"

Leo S., der sich "nicht schuldig" bekannte, hatte schon zuvor verlauten lassen, dass er zu der Gerichtsverhandlung nicht erscheinen werde. Vielmehr wollte er sich von seinem Anwalt vertreten lassen. "Wir haben seit Tagen mit der Staatsanwaltschaft an einer Lösung gearbeitet", sagte Thier noch am Donnerstag. "Regelmäßig argumentieren wir, dass es sich um eine Liebesbeziehung und nicht um Missbrauch gehandelt hat", betonte der Anwalt. Er zeigte sich "vorsichtig optimistisch", dass dem die Staatsanwaltschaft Gehör schenken würde.

Auch in Mitterkirchen (Bezirk Perg), der Heimatgemeinde von Leo S., ist die Anteilnahme ungebrochen groß. Auf dem von Bürgermeister Herbert Froschauer initiierten Spendenkonto sind bereits 50.000 Euro eingegangen.

Wie berichtet, war der 18-Jährige am 30. Juli in der Stadt Venice im Sarasota County verhaftet worden, nachdem er einvernehmlichen Sex mit seiner 15-jährigen Internetbekanntschaft Amanda gehabt haben soll. Das bedeutet in Florida einen Verstoß gegen das Schutzalter von 16 Jahren.

Viel Zeit für den Ankläger

Leo S. war zwei Wochen zuvor in die USA eingereist, um dort seine Freundin zum ersten Mal persönlich zu treffen, nachdem sie monatelang miteinander nur gechattet hatten. Ihm wird vom Staatsanwalt "lüsterne bzw. anstößige Belästigung" vorgeworfen.

Zehn Tage saß der HTL-Schüler im Gefängnis, bevor er gegen eine Kaution von 200.000 Dollar vorerst auf freien Fuß gesetzt wurde. Höchstens 180 Tage hat der Staatsanwalt Zeit, um Anklage zu erheben – oder sie fallen zu lassen. Doch bisher ließ er die Familie "zappeln". Eine Strategie, der er offenbar weiter folgen will.

Die mittlerweile 16-jährige Amanda soll bereits ausgesagt haben. Was sie zu Protokoll gab, blieb aber "top secret".

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Artikel 15. September 2018 - 00:04 Uhr
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