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Oberösterreich

Dank Hitze und Trockenheit erwarten unsere Obstbauern eine Rekordernte

LINZ. Keine Spätfröste, kein Hagel, kaum Schädlinge: Die guten Seiten des Hitzesommers.

Dank Hitze und Trockenheit erwarten unsere Obstbauern eine Rekordernte

Griff ins Blaue: Johannes Schiefermüller bei der Zwetschkenernte auf seiner Plantage in Buchkirchen bei Wels Bild: privat

Schäden wie noch nie verursacht die Trockenheit der heimischen Landwirtschaft. Das Grünland ist schwer in Mitleidenschaft gezogen, beim Getreide gibt es dramatische Ernteausfälle. Da sind Oberösterreichs Obstbauern in einer beneidenswerten Lage: Sie dürfen sich über ein üppiges "Schüttjahr" freuen.

"Hagel und Spätfröste haben in den vergangenen drei Jahren wenig Obst reifen lassen", sagt der Gmundner Obstbau-Experte Heinrich Metz. Doch die Bäume konnten in dieser Phase Kraft sammeln für einen reichen Blütenflor. Heuer war es so weit: Trocken-warmes Blühwetter im März und April bot den bestäubenden Insekten beste Bedingungen. "Außerdem gab es keinen nennenswerten Hagelschlag, kaum Stürme und Überflutungen, und die Trockenheit ließ Pilzerkrankungen keine Chance", sagt Heimo Strebl, Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer.

Bienen, Hummeln und viel Wind

Typisch war heuer die "rasche, kompakte Blüte aller Obstsorten, die alle schön gleichmäßig bestäubt wurden", so Strebl. Wobei der ungewöhnlich oft wehende Ostwind den Bienen, Hummeln und Faltern bei der Bestäubungsarbeit kräftig assistierte.

Schon die Marillenernte sei "sehr üppig" ausgefallen, sagt Obstbauer Johannes Schiefermüller (35) aus Buchkirchen. Da wollte die Kirsche nicht nachstehen. Und jetzt sind die Zwetschken dran. Sieben Sorten baut er auf einem halben Hektar an. Derzeit ist die Spitzensorte "Toptaste" erntereif. Seit 1994 ist sie auf dem Markt, dunkelblau, oval, mit gelbem, süß-saftigen Fruchtfleisch. Verkauft wird sie in Buchkirchen ab Hof.

"Die Zwetschkenernte wird heuer gewaltig", bestätigt Heimo Strebl. Auf 23,6 Hektar werden sie in Oberösterreich angebaut (Kirschen: 70 Hektar), mit Schwerpunkt im Naturpark Attersee/Traunsee. Auch im Garten von Heinrich Metz (74) biegen sich die Äste unter der Last der Früchte der erntereifen Sorten Wangenheim, Italienische und Bosnische. "So einen Fruchtbehang habe ich seit 60 Jahren nicht erlebt", sagt Metz.

Schlechtes Jahr für Blattläuse

Auch die Äpfel gedeihen prächtig. Denn "ein gesunder, gut verwurzelter Apfelbaum verträgt Trockenheit", erklärt Strebl. Von Pilzbefall blieben sie heuer verschont, und weil das Triebwachstum infolge der Trockenheit schon im Juni gestoppt wurde, war auch die Blattlaussaison viel früher als sonst vorbei. Und wenn man dann auch noch den Apfelwickler ("Obstmaden") mit Pheromon bekämpft hat, muss man kaum mit "wurmstichigen" Äpfeln rechnen.

Ein Wermutstropfen: Bei Trockenheit stockt das Dickenwachstum der Früchte. Wenn es nicht bald einmal gut 50 Liter pro Quadratmeter regnet, werden sie deshalb heuer relativ klein bleiben.

Schlechte "Karten" hatten heuer nur die Erdbeerproduzenten: Hitze und Trockenheit zur Reifezeit im Frühsommer setzten den Beeren stark zu. Umso besser ist die Fruchtbildung bei den Walnüssen, und im Wald gibt’s Bucheckern en masse. Was man derzeit ernten kann? Zwetschken, Himbeeren, Brombeeren, in höheren Lagen auch noch Gartenheidelbeeren. "Mit allem sind wir heuer drei bis vier Wochen früher dran", sagt Strebl. Doch das üppige Obstjahr ändere nichts daran: "Gesamtlandwirtschaftlich bleiben die Sorgen groß, wie es weitergehen soll."

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Artikel Alfons Krieglsteiner 11. August 2018 - 00:05 Uhr
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