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Oberösterreich

Csar und Resch: Wenn zwei Welten aufeinanderprallen

Nach dem "Kommunisten-Sager" des Welser Wirtschaftsbundchefs Resch ist die Volkspartei bemüht, den Konflikt einzudämmen.

Csar und Resch: Wenn zwei Welten aufeinanderprallen

ÖVP-Obmann Csar, Wirtschaftsbundchef Resch Bild: ÖVP/Petzl

Der OÖNachrichten-Exklusivbericht ließ gestern früh Landeshauptmann und VP-Chef Thomas Stelzer zweimal zum Telefon greifen. Ein Anruf erreichte den Welser VP-Wirtschaftsbund-Obmann Josef Resch, der andere den Welser VP-Stadtparteiobmann Peter Csar.

Resch hatte Csar, wie berichtet, einen "Kommunisten" genannt und angekündigt, aus der ÖVP auszutreten. Dies, weil ihm der VP-Stadtparteivorstand nach geheimer Abstimmung mit klarer Mehrheit das Mandat im Aufsichtsrat der Wels-Holding entzogen hat. In dieser Gesellschaft firmieren die stadteigenen Unternehmen unter einem Dach.

Die Botschaft Stelzers an die Streithähne in Wels: Ein solcher Schlagabtausch bringe die Partei nicht weiter.

Wie wahr. Dass es zwischen Resch und Csar irgendwann kracht, kommt für Parteiinsider aber nicht ganz unerwartet – wenngleich die Intensität dann doch überrascht.

Auf der einen Seite steht der Unternehmer Josef Resch (Resch & Frisch). Viel Widerspruch zu erfahren, ist er aus seinem Berufsleben nicht unbedingt gewohnt. Der Großbäcker ist auch keiner, der gerne in der zweiten Reihe agiert. Die Nummer eins in der Welser Stadtpartei ist aber Peter Csar.

"Da waren die Fronten geklärt"

Auch inhaltlich trennen die beiden Welten: Resch hat sich vehement gegen die Gründung eines Betriebsrates in seiner Großbäckerei gewehrt. Beamten-Gewerkschafter Csar ist der oberste Personalvertreter im Landesdienst. Csar soll Resch einst mitgeteilt haben, dass er Mitarbeiter gewerkschaftlich unterstützen werde, falls sie bei "Resch & Frisch" einen Betriebsrat gründen wollen. "Damit waren die Fronten zwischen den beiden Herren geklärt", erinnert sich ein Welser ÖVP-Grande.

Freunde werden die beiden nicht mehr. In der Landespartei appelliert man nun an die Welser, den Konflikt einzudämmen. "Das müssen die beiden Betroffenen miteinander klären." Konsequenzen wegen Reschs gewohnt deftiger Wortwahl soll es von Landesseite keine geben: "Ich schätze Josef Resch mit all seinen Ecken und Kanten. Wir sind froh, ihn im Wirtschaftsbund zu haben. Persönliche Differenzen kommen in jeder Familie vor und sind auch persönlich zu beseitigen", sagt Oberösterreichs Wirtschaftskammer-Präsidentin und Wirtschaftsbund-Obfrau Doris Hummer.

In Wels macht sich Resch mit seiner groben Art nicht unbedingt Freunde. Freilich kritisieren Welser VP-Mitglieder auch den seit 2012 amtierenden Parteiobmann Csar für sein "Management by Champignon" – wer den Kopf hebt und kritische Fragen stelle, werde von Csar sofort gemaßregelt.

Csar sei es aber – zumindest vorübergehend – gelungen, die über Jahre zerstrittene Welser Volkspartei einigermaßen zu einen, sagen Insider: "Da braucht der Parteichef Leadership, und das ist für manche Leute dann unangenehm."

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Artikel Friedrich Müller und Markus Staudinger 18. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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