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Oberösterreich

Brot für die Bergretter aus dem Almtal

Junger Bäckermeister spendet 30 Cent von jedem verkauften „Nordhang-Brot“.

Michael Ullner

Michael Ullner, Bäckermeister in der „Bruckmühle“ im Almtal Bild: muef

Was verbindet die Bäckerei „Bruckmühle“ in der Scharnsteiner Ortschaft Viechtwang (Bez. Gmunden) mit dem Bergrettungsdienst Grünau im Almtal? Michael Ullner, ein 28-jähriger gebürtiger Kremstaler aus Micheldorf, ist das Verbindungsglied. Er wird 2018 die Traditionsbäckerei mit 20 Mitarbeitern von der Familie Hummer übernehmen. Schon jetzt setzt der Neo-Firmenchef ungewöhnliche Akzente: Von jedem verkauften „Nordhang-Brot“ – es kostet vier Euro – erhalten die Bergretter 30 Cent.

Die Brot-Kreation entstand bei Ullners Meisterprüfung im Frühjahr. Für das 100-prozentige Sauerteig-Roggenbrot wählte er diesen Namen, „weil es dreieckig ist und wie ein Berg wirkt“. Er habe bewusst ein Brot abseits von Striezel-, Laib- oder Kastenform schaffen wollen. Mit der Form des Meisterwerks und seinem Faible für die Berge – er wagt sich als begeisterter Skifahrer, Bergsteiger und immer öfter auch als Kletterer hoch hin-aus – wollte er die Bergretter unterstützen: „Das ist nun ein einfacher Weg: Meine Kunden und ich können helfen.“ Einige 100 Euro sind bereits in der Kasse.

Für sein neues Brot erntete der junge Meister viel Lob. „Wir arbeiten ohne Fertigmehl, ohne Backmischungen. Uns bringt der Bauer das Getreide, wir mahlen und verarbeiten es.“ In der „Bruckmühle“ bekommt Brot auch noch jene Zeit, die früher in allen Backstuben üblich war. „Die Körndl für das Nordhang-Brot werden einen Tag stehen gelassen. Großbäckereien können das nicht machen, weil sie den Platz dafür gar nicht haben“, sagt der Vater der dreieinhalbjährigen Zita, der mit einer Floristin liiert ist.

Nach der Lehre in Micheldorf arbeitete Ullner sechs Jahre in Lech/Arlberg und war drei Jahre Bäckerei-Chef. „Ich habe so viel gelernt, dass ich mir zutraue, die Bruckmühle zu übernehmen.“ Solides Handwerk, Qualität und Regionalität fürs tägliche Brot sind oberste Prämisse. „Fürs Nordhang-Brot kommt bis auf Hefe und Salz alles aus der Region“, sagt der Almtaler. Und sein Brot hilft in der Region.

 

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Artikel Friedrich M. Müller 16. August 2017 - 00:04 Uhr
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