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Oberösterreich

Bestürzung im Altenheim: Helferin wurde abgeschoben

LINZ. Familie getrennt: Ehemann und neunjähriger Sohn noch in Linz.

Bestürzung im Altenheim: Helferin wurde abgeschoben

Für die Senioren backte Armine H. liebevoll verzierte Torten. Bild: privat

Vier Jahre lang hat Armine H. freiwillig im Seniorenzentrum Franz Hillinger in Linz-Urfahr gearbeitet. Sie hat die Bewohner zu Veranstaltungen und danach wieder in ihre Zimmer begleitet und liebevoll verzierte Geburtstagskuchen für die Senioren gebacken. "Ein Anruf hat genügt, und sie war da", sagt Walter Öllinger, der Leiter des Hauses.

Nun ist das vorbei. Am Montag in der Früh wurden die Armenierin und ihr 13-jähriger Sohn von der Polizei abgeholt und bereits gestern am Morgen abgeschoben. Armine H.s Ehemann Zohrab H. und der neunjährige Sohn des Paares sind noch in Linz, wo auch Zohrab H.s Eltern leben. Seine Mutter ist pflegebedürftig.

Von der Abschiebung erfahren haben Armine H.s Freunde und Bekannte im Seniorenzentrum zufällig: Ein Mitarbeiter stand am Montag in der Früh gerade vor dem Haus, als er sah, wie sie in Handschellen aus einem Polizeibus in eine Polizeiinspektion auf der anderen Straßenseite gebracht wurde. Sie habe sich verzweifelt gewehrt. "Ihr Bub saß mit seiner Schultasche im Polizeiauto und musste das alles mitansehen", sagt Öllinger.

"Es ging ihr schlecht"

Einen Asylantrag in Österreich habe die Familie gestellt, weil Zohrab H. in seiner Heimat von Kriminellen und korrupten Beamten bedroht worden sei, sagt ihr Anwalt Tim Außerhuber vom Migrantenverein St. Marx in Wien. Der Antrag in erster Instanz sei abgelehnt worden, das Verfahren in zweiter Instanz war noch anhängig. Die Situation habe Armine H. sehr belastet. "Es ging ihr psychisch schlecht. Sie war deshalb zuletzt auch mehrere Wochen im Klinikum Bad Aussee zur Behandlung", sagt Außerhuber.

Armenien steht seit Februar dieses Jahres auf der Liste der "sicheren Herkunftsländer". Aus solchen Staaten kommende Asylwerber haben kaum Chancen auf einen positiven Bescheid.

Im Seniorenzentrum ist die Bestürzung groß, ebenso wie bei Kama Linz, eine Initiative, die Kurse organisiert, die von Migranten geleitet werden. Armine und Zohrab H. sind dort seit Jahren aktiv und sehr beliebt. "Armine hat einen außergewöhnlichen Beitrag geleistet. Sie hat das getan, was unsere Profis nicht mehr schaffen", sagt Öllinger. "Niemand versteht, warum jemand abgeschoben wird, der sich so engagiert wie Armine." (wal)

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Artikel 04. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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