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Oberösterreich

"Beim Porno-Schauen erwischt": Neue Erpresser-Mails in Oberösterreich

05. Oktober 2018 00:04 Uhr

"Beim Porno-Schauen erwischt": Neue Erpresser-Mails in Oberösterreich
Zahlreiche Oberösterreicher erhalten derzeit Erpresser-Mails, weil sie angeblich Porno-Seiten besuchten.

LINZ. Unbekannte forderten einen 59-Jährigen aus Linz-Land auf, 700 Dollar zu zahlen, weil er angeblich eine Sex-Seite im Internet besucht hatte – Polizei warnt vor neuer Betrugswelle.

Unangenehme Post fand ein 59-Jähriger aus dem Bezirk Linz-Land kürzlich in seinem E-Mail-Postfach: Unbekannte Erpresser forderten ihn auf, 700 Dollar zu zahlen, weil er angeblich eine Porno-Seite besucht hatte.

Die Täter behaupteten, diese Porno-Seite mit einer Schadsoftware manipuliert zu haben, sagt Gerald Sakoparnig, Leiter der Abteilung Betrugsbekämpfung im Landeskriminalamt. Die Software habe sich beim Abspielen eines Pornos aktiviert: "Sie schrieben, dass sie dadurch im Besitz der persönlichen Daten des Mannes seien. Außerdem hätten sie die Kamera auf seinem Computer aktiviert und intime Fotos gemacht."

Schwierige Suche nach Tätern

Nun drohten ihm die Erpresser, die Fotos an alle seine Kontakte weiterzuleiten, falls er nicht binnen zweier Tage 700 Dollar in digitaler Währung an die Täter überweise. Der 59-Jährige beauftragte eine Spezialfirma mit der Prüfung seines Computers. Die Experten fanden aber keine Schadsoftware. Der Mann zeigte die Erpresser bei der Polizei an. Allein durch die Wartung des Computers entstand ihm ein Schaden von 500 Euro.

Sakoparnig spricht von einer Welle an Erpresser-Mails, die derzeit in Oberösterreich auftauchen. Allein gestern seien drei solche Mails gemeldet worden: "In den vergangenen Tagen waren es rund 20." Er geht davon aus, dass es sich dabei um mehrere Täter oder Tätergruppen handelt: "Der Text variiert immer wieder." Das Landeskriminalamt versuche, die Täter auszuforschen: "Das ist aber sehr schwierig und gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen." Sakoparnig bittet, jeden derartigen Erpressungsversuch der Polizei zu melden und die Original-Mails aufzubewahren.

Doch wie funktioniert der Betrug? Sehr simpel, sagt Sakoparnig. Die Betrüger hätten weder Schadsoftware noch Zugang zu privaten Computern: "Sie operieren einfach mit dem schlechten Gewissen. Sie versenden wahllos diese E-Mails und hoffen, dass jemand zahlt." Die Strafen sind hoch: Den Erpressern drohen Haftstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. (hes)

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