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Oberösterreich

„Bei Lehre der Kirche nicht erpressbar“

Von Von Heinz Niederleitner   03. Februar 2009 00:04 Uhr

„Sind uns unserer christlichen Wurzeln nicht bewusst“, sagt Wagner.

LINZ. Gerhard Wagner ist für den Zölibat, hat in seiner Pfarre keine weiblichen Ministranten und fragt, wer die Diözese spaltet: Der künftige Weihbischof blieb bei seiner gestrigen Vorstellung kantige Aussagen nicht schuldig.

Einige Getreue klatschen, als Wagner mit Bischof Ludwig Schwarz den Saal im Bischofshof betritt. Hausherr Schwarz bedauert die heftigen Reaktionen auf Wagners Bestellung. „Das war unschön“, sagt er. Er erinnert kritische Priester daran, dass sie dem Bischof „Ehrfurcht und Gehorsam gelobt haben“. Dann stellt sich Wagner vor und beantwortet Fragen der Journalisten.

Wer spaltet die Diözese?

Wagner scherzt: „Nur eines trennt mich von Bischof Schwarz: Er ist Rapid-Anhänger, ich bin LASK-Fan.“ Dann wird er ernst und spricht über die Polarisierung in der Diözese: „Was uns eint, ist unser katholischer Glaube. Es sollten sich jene überlegen, die davon abweichen, ob nicht sie die eigentlichen Spalter sind. Ich sehe nicht ein, dass ich als Spalter dargestellt werde, wenn ich für die eine Kirche eintrete und mich hinter den Papst stelle. Da stimmt doch was nicht.“

Man komme nicht daran vorbei, sagt Wagner auf Anfrage, dass das Zweite Vatikanische Konzil die Mitarbeit der Laien gestärkt habe. Die Kirche brauche den engagierten Laien. Aber ein Priester könne nur durch einen Priester ersetzt werden. Dem Priester dürfe man nicht das nehmen, was „wesentlich zum Priestertum gehört“. „Der Zölibat zeigt, dass es Menschen gibt, die sich ganz für das Reich Gottes einsetzen. Und das erwarten sich die Leute auch.“

„Was ist eine Strafe?“

Bei seinen umstrittenen Ausführungen über den Hurrikan Katrina und „geistige Umweltverschmutzung“ habe er nicht über eine „Strafe Gottes“ geschrieben. Niemand wisse, ob etwas eine Strafe Gottes sei oder nicht. Dass Gott auch Grenzen setze, dürfe man aber nicht ausblenden: Wenn Eltern ihre Kinder strafen, täten sie das auch aus Liebe.

Konfrontiert mit der Frage, ob er nach seiner Ernennung Kirchenaustritte befürchte, fragt der künftige Weihbischof zurück: „Sollen wir die Lehre der Kirche ständig nach denen ausrichten, die uns morgen und übermorgen drohen? Ich sage: Da sind wir nicht erpressbar. Ich möchte mich natürlich um jeden bemühen.“ Letztlich könne man einen Austritt aber nicht verhindern.

Weibliche Ministranten seien nicht vorgeschrieben, sagt der Pfarrer auf die Frage, warum es in Windischgarsten keine gibt. Das sei keine Glaubensfrage: „In einem gewissen Alter haben Burschen und Mädchen nichts miteinander zu tun. Dann, wenn sie etwas zu tun haben möchten, mit 14, da brauchen's nicht mehr Ministranten werden.“

„Christliche Wurzeln“

Zum Schluss geht es um die Überprüfung islamischer Religionslehrer. Wagner fügt hinzu: „Der Islam breitet sich aus, weil wir uns unserer christlichen Wurzeln nicht bewusst sind.“ An die Journalisten gewandt sagt er: „Prügeln Sie nicht ständig die katholische Kirche. Bei anderen Religionen sind Sie viel vorsichtiger.“

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