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Oberösterreich

"Auch ein Friedhof soll sich finanziell selber tragen können"

30. Oktober 2018 00:04 Uhr

Grabgebühren: "Auch ein Friedhof soll sich finanziell selber tragen können"
Die letzte Ruhe ist nicht gratis.

LINZ. Baukosten oder aufwendige Erhaltung: Warum manche Friedhöfe teuer sind.

Rund 1700 Euro für ein Erdgrab oder nur 140, mehr als 2000 Euro für eine Urnennische oder knapp 200. Bei den Friedhofsgebühren gibt es in Oberösterreich große Unterschiede. Erhoben hat das wie berichtet die Rechercheplattform Addendum. Die OÖN haben sich bei jenen Friedhöfen, die in den Tariflisten weit oben aufscheinen, nach den Gründen für die Preise erkundigt.

In der Pfarre St. Margarethen in Linz sind 1710 Euro für ein Erdgrab zu bezahlen. "Das ist der Betrag für den Ersterwerb", sagt Pfarrer Franz Weigl. "Weil so viele Personen hier beerdigt werden wollten, haben wir vor rund zehn Jahren einen neuen Friedhofsteil errichtet." Dafür musste eine Stützmauer gebaut und ein Hang aufgeschüttet werden. Die Kosten, die die Pfarre nicht allein hätte tragen können, seien auf die Preise umgelegt worden.

Renaissance-Friedhof

In Zell am Pettenfirst (Bezirk Vöcklabruck) kostet eine Urnennische 2250 Euro. "Wir bieten ein Gesamtpaket, in dem neben der Nische auch die Abdeckplatte und ein Blumenkasten enthalten sind", erklärt Pfarrassistent Franz Kaltenbrunner. "Den Familien entstehen also keine zusätzlichen Kosten."

Bei den Grüften weist der Friedhof der Stadtpfarre Steyr und der Pfarre St. Michael mit 4950 Euro überdurchschnittliche Preise auf. "Es handelt sich um ganz besondere Grüfte. Sie befinden sich im Arkadengang im Renaissance-Teil des Friedhofs", sagt Verwalter Josef Stubauer. Eine Gruft ist rund zwölf Quadratmeter groß. "Darin haben acht bis zehn Särge Platz."

Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den Gebühren für die Verlängerung einer Grabstelle. Auf dem Stadtfriedhof Wels bezahlt man für ein Doppelgrab 1171 Euro und für eine Gruft 2703 Euro, jeweils für zehn Jahre. "Die Gräber auf unserem Friedhof sind sehr groß", sagt die zuständige Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger. "Ein Doppelgrab misst 2,8 mal 3,2 Meter. Es ist also ein zweiteiliges Familiengrab, in dem nicht zwei, sondern vier Särge und mehrere Urnen Platz finden."

In einer Gruft können bis zu 20 Särge beigesetzt werden. "Zudem sind Wasserentnahme und Abfallentsorgung in den Gebühren inkludiert", sagt Raggl-Mühlberger.

Neubau vor fünf Jahren

In Eitzing (Bezirk Ried) kostet eine Urnennische für 15 Jahre 2200 Euro. "Das mag viel erscheinen. Aber man muss bedenken, dass bei einer Urnennische im Unterschied zum Erdgrab die Kosten für einen Grabstein wegfallen", sagt Rudolf Eichberger, der Obmann des Finanzausschusses der Pfarrgemeinde Eitzing. Zudem wurde die Urnenwand 2013 neu errichtet. Die Baukosten seien auf die Gebühren umgelegt worden, sagt Eichberger: "Auch ein Friedhof soll sich finanziell selbst tragen." (wal)

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