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Oberösterreich

Ampelpärchen: Stadt Linz in den Schlagzeilen

09. Dezember 2015 00:05 Uhr

Linzer Bürgermeister will abmontierte Ampelpärchen wieder anbringen lassen
Rund ein halbes Jahr waren die Ampelpärchen an der Linzer Mozartkreuzung zu sehen gewesen.

LINZ. Heftiger Protest, nachdem FP-Stadtrat gleichgeschlechtliche Figuren demontieren ließ. Linzer Bürgermeister will Ampelpärchen wieder anbringen lassen

Unfreiwillig in die internationalen Schlagzeilen ist die Stadt Linz geraten, nachdem der neue Verkehrsstadtrat Markus Hein (FP) die hetero- und homosexuellen Ampelpärchen an der Mozartkreuzung entfernen ließ. Sogar der britischen BBC und dem amerikanischen Time Magazine waren die Ereignisse eine Berichterstattung wert.

In Oberösterreich löste Heins Vorgehen durchgehend negative Reaktionen aus. Bürgermeister Klaus Luger (SP) forderte den Stadtrat gestern öffentlich auf, die Ampelpärchen, die rund ein halbes Jahr an den acht Fußgeher-Ampeln der Mozartkreuzung geleuchtet hatten, wieder anzubringen. "Das Abmontieren der Ampelpärchen ist gesellschaftspolitisch ein völlig falsches Zeichen und erweckt den Eindruck, Linz sei eine kleinkarierte Stadt. Das wollen wir nicht sein", sagt Luger.

Luger will rechtliche Prüfung

Der Stadtchef möchte prüfen lassen, ob er die rechtliche Möglichkeit hat, die Figuren wieder anbringen zu lassen. Wenn ja, dann kündigte Luger an, dass er das auch tun werde.

Keine Freude damit hätten wohl die Linzer Freiheitlichen, die sich von Beginn an gegen die Installation von homo- und heterosexuellen Ampelpaaren auf der Mozartkreuzung ausgesprochen hatten. "Im Straßenverkehr haben Gesinnungen und insbesondere Genderwahn nichts verloren. Der einzige Zweck einer Ampel ist, für mehr Sicherheit im Verkehr zu sorgen und nicht etwa linke Botschaften zu verbreiten", sagt Hein.

Dass die Ampelpaare verschiedener sexueller Orientierung, die auch in anderen Städten wie Wien und München zu sehen sind, in Linz montiert wurden, ist einer Facebook-Gruppierung zu verdanken. Diese hatte sich dafür eingesetzt und die anfallenden Kosten in Höhe von knapp 1000 Euro mithilfe von Spenden finanziert.

"Für Hein zu fortschrittlich"

Severin Mayr, Landtagsabgeordneter der Grünen, der einer der Initiatoren der Ampelpärchen war, wirft den Freiheitlichen vor, "Linz zurück in die Vergangenheit katapultieren zu wollen". Anders als mit "Homophobie oder Ewiggestrigkeit" lasse sich das nicht erklären. In dieselbe Kerbe schlägt Philipp Stadler, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend (SJ) Linz. Er bezeichnet die gleichgeschlechtlichen Ampelpaare als ein "Zeichen der Vielfalt. Für Markus Hein sind offenbar sogar vielfältige Ampeln zu fortschrittlich." SJ-Aktivisten klebten aus Protest Pärchen-Sticker auf die Stangen der betroffenen Ampeln.

Die "Grünen Andersrum" werfen der FP vor, damit zu beginnen, "Toleranz und Gleichberechtigung zu demontieren". (cb)

Meinungen

„Der einzige Zweck einer Ampel ist, für mehr Sicherheit zu sorgen und nicht etwa linke
Botschaften zu verbreiten.“
Markus Hein, Verkehrsstadtrat (FP), ließ die Ampelpärchen demontieren

„Das Abmontieren der Ampelpärchen ist gesellschaftspolitisch ein völlig falsches Zeichen.“
Klaus Luger, Linzer Bürgermeister (SP), ist gegen die Aktion

„Die FPÖ will Linz zurück in die Vergangenheit katapultieren. Die Demontage der Ampelpärchen ist beschämend.“
Severin Mayr, Landtagsabgeordneter der Grünen, übt scharfe Kritik

„Für Markus Hein sind offenbar sogar vielfältige Ampeln zu fortschrittlich. Das Entfernen ist homophob und ewiggestrig.“
Philipp Stadler, Linzer SJ-Vorsitzender

 

 

 

 

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