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Oberösterreich

Achtung bei der Ausreise: Wie die Türkei nun auch Österreicher ins Visier nimmt

LINZ/WELS/IZMIR. Eine Linzerin und eine Welserin mit kurdischen Wurzeln wurden am Flughafen in Izmir in Haft genommen – erst nach Interventionen aus Österreich wurden sie freigelassen.

Achtung bei der Ausreise: Wie die Türkei nun auch Österreicher ins Visier nimmt

Türkische Küstenstadt Izmir: Zwei Frauen aus Oberösterreich wurden hier an der Heimreise gehindert. Bild: Wikipedia

Kurz vor dem Rückflug nach Österreich schritten die türkischen Behörden ein: Für eine Linzerin mit kurdischen Wurzeln bedeutete das fünf Tage Haft. Die alleinerziehende Mutter wurde vergangenen Samstag am Flughafen von Izmir wegen angeblicher "Terrorpropaganda" festgenommen. Erst diesen Donnerstag wurde sie nach Interventionen aus Österreich freigelassen und konnte zurück nach Linz fliegen.

Für die Linzerin eingesetzt hatte sich die frühere Grünen-Nationalratsabgeordnete Berivan Aslan. "Ich bin sehr froh, dass sie nun wieder zuhause ist. Bevor ich mich aber bei ihr melde, soll sie sich im Kreis ihrer Familie erholen", sagt Aslan.

Ähnlich ging es einer 43-jährigen Welserin. Die Frau, die vor eineinhalb Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, wurde am Mittwochabend am Flughafen von Izmir festgenommen. Auch ihr war offenbar ihre kurdische Abstammung zum Verhängnis geworden. "Die Frau war 2015/16 im Vorstand eines kurdischen Vereins in Wels", sagt der Linzer Nationalratsabgeordnete Efgani Dönmez. Verwandte der Verhafteten hatten sich an ihn um Hilfe gewandt.

"Ich habe sofort das Außenministerium kontaktiert", sagt Dönmez. Freitagfrüh wurde die Welserin aus der Haft entlassen. Die Frau sei bereits auf dem Weg zurück nach Österreich, sagt Dönmez.

Was sowohl Aslan als auch Dönmez große Sorge bereitet, ist der Umstand, wie gut die türkischen Regierungsbehörden offenbar über das Engagement der beiden Frauen in kurdischen Vereinen in Österreich Bescheid wussten. "Das legt den Schluss nahe, dass sie von Erdogan-nahen Netzwerken in Österreich denunziert wurden", sagt Dönmez. "Ein solches Spitzelnetzwerk sollte bei unseren Behörden in Österreich alle Alarmglocken läuten lassen." Auch Aslan sagt: "Seit dem Putschversuch 2016 sammeln Erdogan-nahe Organisationen auch im Ausland Daten. Vermutlich wurden die beiden aufgrund dieser Daten festgenommen." Der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, bestätigt: "Es kommt immer häufiger zu Festnahmen und Anhaltungen."

Das türkische Außenministerium wollte sich auf OÖN-Anfrage nicht zu den beiden Fällen äußern. (mst/sc)

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Artikel 15. September 2018 - 00:04 Uhr
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