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Oberösterreich

Ab heuer müssen Tourengeher für die Piste ein Tagesticket lösen

Von Gabriel Egger   27. Oktober 2017 00:05 Uhr

Ab heuer müssen Tourengeher für die Piste ein Tagesticket lösen
Skitourengeher werden heuer zur Kasse gebeten, wenn sie die Pisten der Skigebiete im Land nutzen.

HINTERSTODER. Sie war lang, heftig und schien endlos: Jetzt ist die Diskussion um Skitourengeher, die auf präparierten Pisten Höhenmeter sammeln, beendet. Denn die oberösterreichischen Seilbahnen haben sich gemeinsam entschieden.

Ab heuer müssen Pistengeher auf der Wurzeralm, am Kasberg und am Sternstein ein Tagesticket lösen. Kostenpunkt: 14 Euro. Auf der Wurzeralm und am Kasberg ist da bereits eine Einzelfahrt mit dem Lift inbegriffen. Will man zweimal fahren, kostet die Karte 17 Euro, bei drei Fahrten steigt der Preis auf 20 Euro. Für den Aufstieg wird es eine eigens angelegte Spur geben.

Infrastruktur nicht zu erhalten

"Ein Viertel der Tagesgäste sind bereits Pistengeher. Die Infrastruktur ist mit dem niedrigen Preis, den wir bisher hatten, nicht zu erhalten", erklärt Helmut Holzinger, Chef der Bergbahnen Hinterstoder/Wurzeralm. Ihm gehe es nicht um das Geld, sondern vorrangig um die Sicherheit. "Das hat sich zu einer echten Völkerwanderung entwickelt. Da braucht es klare Strukturen. Wir müssen ja auch für die Tourengeher beschneien, präparieren und die Pisten vor Lawinen absichern", sagt Holzinger.

Video: Jede Saison gibt es Streit zwischen Liftbetreibern und Tourenskifahrern, die präparierte Pisten für Aufstieg oder Abfahrt benutzen. Jetzt haben die Skigebiete mit Tagestickets eine kostenpflichtige Lösung präsentiert.

Karten für einzelne Aufstiege werde es nicht geben. "Die Pistengeher sind ja ein eigenes Publikum. Da geht es um den Sport und das Training und nicht um die Natur", erklärt Holzinger den Schritt. Auch die Preise für abendliche Touren auf Wurzeralm und Kasberg wurden angehoben. Statt bislang vier Euro werden nun acht beziehungsweise zehn Euro verlangt. Auf dem Kasberg kann dafür nun von Sonntag bis Donnerstag in den Abendstunden aufgestiegen werden.

Die alpinen Vereine sind mit dem Vorstoß der Seilbahnen nur bedingt glücklich. "Pakete schnüren ist okay. Die Bereitschaft, den Tourengehern entgegenzukommen, ist da. Aber da muss die Relation auch passen", sagt Robert Winter, Referent für Schibergsteigen bei den Naturfreunden Oberösterreich.

 

"Völlig übertrieben"

14 Euro für den Sternstein zu verlangen, sei völlig übertrieben. "Eine Saisonkarte um 140 Euro ist dafür wieder interessant." In dieselbe Kerbe schlägt auch der Vorstand des oberösterreichischen Alpenvereins, Thomas Poltura: "Die Preise sind eindeutig überhöht. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Schritt ordentlich nach hinten losgeht und die Leute ausbleiben."

Helmut Holzinger denkt aber bereits weiter. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass es auch auf Teilabschnitten in Hinterstoder möglich sein wird, eine Pistentour zu gehen." Außerdem wolle er auch über ein Schneeschuhangebot nachdenken. Rechtzeitig zum Saisonstart wolle man im Internet über das neue Angebot aufklären. Die Seite "pistengehen.at" ist bereits in der Entstehung.

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