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Oberösterreich

AKH: Patienten spritzten sich mittels Internet-Code Überdosis Schmerzmittel

Von OÖN   16. Oktober 2012 00:04 Uhr

LINZ. Einem fatalen Fehler sind Anästhesisten des Linzer AKH auf die Spur gekommen. Auslöser waren zwei Patienten aus Libyen, die anlässlich eines von einer Hilfsorganisation organisierten Spitalsaufenthaltes im Linzer AKH betreut wurden.

Sie waren bei Kampfhandlungen in ihrem Heimatland durch Schüsse und Explosionen schwer verletzt worden.

Um die Schmerzen zu lindern, wurden die beiden Libyer, 22 und 17 Jahre alt, an so genannte Schmerzpumpen gehängt. Diese Geräte ermöglichen es Patienten, sich bei Schmerzen auf Knopfdruck selbst Medikamente zuzuführen. Diese Zufuhr ist aus Sicherheitsgründen allerdings begrenzt. „Irgendwann ist dann jedoch aufgefallen, dass beide ziemlich high waren. Das hat sich gesteigert, bis einer der beiden Symptome einer Überdosis ähnlich einem Drogenabhängigen zeigte“, sagt AKH-Sprecherin Astrid Petritz. Die beiden Patienten mussten mehrere Tage lang auf der Intensivstation behandelt und teilweise künstlich beatmet werden. Durch die hohe Dosis entstand zusätzlich eine Abhängigkeit von den Opiaten. Außerdem wurde der mitgebrachte Laptop der beiden Patienten überprüft. Wie sich herausstellte, hatten sich die beiden Jugendlichen die Überdosis selbst verabreicht. Den Zugangscode für die Schmerzpumpe hatten sie aus dem Internet. „Der Hersteller des Gerätes hat auf seiner Homepage Schulungsunterlagen veröffentlicht und offensichtlich auch den Code“, so Petritz.

Die Konsequenz: Sämtliche Behörden und auch die Hersteller des Gerätes wurden informiert. Das Linzer AKH hat die bisherigen Geräte zum Großteil ersetzt. Bei den noch vorhandenen wurde der Sicherheitscode geändert.


Tod durch Schmerzpumpe in Salzburg

Ein ähnlicher Fall wie in Linz kostete 2010 einen 19-Jährigen im LKH Salzburg das Leben: Der junge Mann hatte sich bei einer Rauferei den Oberarm gebrochen, zwei Tage später lag er tot im Krankenbett.

Ein Gutachten ergab, dass ein opiathältiges Schmerzmittel, das über eine Pumpe kontinuierlich dem Patienten über eine Vene zugeführt worden war, dürfte zu hoch dosiert gewesen sein.

Eine Überdosierung von Opiaten führt zu zentraler Atemlähmung im Gehirn, denn das Atemzentrum liegt eben dort und reagiert auf das Arzneimittel. Zunächst wurde auf einen Fehler der Pumpe getippt.

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