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Pony in Punto: OÖN-Leser feiern Landwirt

28.März 2019

Gerade so passt das Pony in den Wagen.

Bei einer Kontrolle auf der Westautobahn A1 staunten Polizisten am Dienstagmittag nicht schlecht. Im Kleinwagen eines 72-Jährigen aus Unterach am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) war ein Pony. Wie es zum kuriosen Tier-Transport kam, erzählt der Besitzer im Interview.

Die Verkehrskontrolle fand um 12:50 Uhr vor der Autobahnauffahrt Asten/St. Florian statt, nachdem eine telefonische Anzeige bei der Autobahnpolizei eingelangt war. 

Der Fahrer hatte die Rücksitzbank aus dem Pkw genommen und diese Fläche samt Kofferraum als Abstellplatz für das Shetlandpony "Nelke" genutzt. Hinter den Vordersitzen war Stroh eingestreut und das Pony war mit einem Seil an einer Haltung zur Befestigung der Rücksitzbank angebunden. 

 

Die Bezirkshauptmannschaft Linz-Land und der Tiertransportinspektor des Landes Oberösterreich, die informiert wurden, hatten keine Einwände gegen eine Weiterfahrt. 

Das kleine Huftier hat der Lenker zu sich nach Hause nach Unterach am Attersee gebracht, wo ein weiteres Pony bereits sehnsüchtig wartete, wie der pensionierte Landwirt Matthias L. im Interview mit Life Radio erzählt.

"Man kann kein Schaf dazustellen"

Erst vor kurzem war eines seiner beiden Pferde an einem Herzinfarkt gestorben, der verbliebene Hengst litt unter der Einsamkeit – so sehr, dass er die Nahrungsaufnahme verweigerte. 

Deshalb entschied sich der 72-Jährige zum Kauf eines neuen Ponys, das er, nachdem er es in Ennsdorf erstanden hatte, in Ermangelung eines Anhängers in seinen Fiat Punto lud.

Dass ihn jetzt vermutlich eine Strafanzeige erwartet, nimmt der Pensionist zum Wohl seiner Tiere in Kauf: "Die Viecher sind wichtig und man kann einem Pony eben kein Schaf zur Seite stellen". 

Das gesamte Interview von Life Radio sehen Sie hier: 

 

"Das Herz an der richtigen Stelle"

In sozialen Medien hat die kuriose Geschichte ein großes Echo ausgelöst. Hunderte positive Reaktionen gabe es in der vergangenen Tagen zu dem Beitrag, der auch in internationalen Medien Schlagzeilen machte.

Zahlreiche OÖN-Leser zeigten sich gerührt. "Das ist doch sowas von herzig! Für sein Pony eine neue Liebe zu finden. Ein Mensch mit Herz", kommentierte eine Userin auf der Facebook-Seite der OÖN. "Es sollte viel mehr Menschen geben die das Herz an der richtigen Stelle haben. Dieser Mann hat es definitiv", schreibt eine andere. 

Sogar finanzielle Unterstützung wurde angeboten: Mehrere Leser kündigten an, sich an der Strafe – sollte der Landwirte eine erhalten – beteiligen zu wollen. 

Der Pony-Transport im Kleinwagen erinnert OÖN-Leser Karl Kern an seinen Urlaub auf den Philippinen: Dort hat der Fotograf festgehalten, wie eine Kuh im Beiwagen eines Mopeds transportiert wurde. 

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