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Oberösterreich

4500 Hödlmayr-Autos unter Wasser

Von Karin Haas  25. Juli 2022 13:39 Uhr

OOEN

[OÖN-Archiv] LINZ/SCHWERTBERG. Firmengroßschäden im Raum Schwertberg/Engel unter Wasser/Uni-Markt schwimmt

Dieser Artikel erschien erstmals am Freitag, 9. August 2002, in den OÖNachrichten


Kein Strom, kein Festnetz-Telefon funktioniert und Wasser so weit das Auge reicht. Johannes Hödlmayr, Chef des gleichnamigen Auto-Logistikers in Schwertberg, konnte das Firmengelände wegen des Hochwassers gestern nur mit dem Schlauchboot erreichen. Die 450 dort Beschäftigten kamen, weil sie von den Wassermassen eingeschlossen sind, gleich gar nicht oder wurden heimgeschickt.

4000 bis 4500 Autos stehen bei Hödlmayr unter Wasser. Zumindest lauten so die Schätzungen. Denn auch die EDV geht mangels Strom nicht und genaue Zahlen hat keiner im Kopf. "Es geht nichts und wir wissen nichts", sagt Robert Gruber, Personalleiter bei Hödlmayr und Sprecher des Konzerns. Auch die Schadenshöhe sei noch nicht bekannt. Gedeckt sei der Schaden aber und auch Arbeitsplätze seien nicht gefährdet, hieß es gestern. Denn jede Hand werde jetzt gebraucht. Hödlmayr hatte gestern Glück im Unglück und das in letzter Minute: Das Wasser hörte 30 Zentimeter unter den Hauptrechnern, die im ersten Stock stehen, zu steigen auf. So sind zumindest die Daten des Konzerns, der sein bis Argentinien reichendes Imperium von Schwertberg aus steuert, gerettet.

Bildergalerie: Tausende Autos unter Wasser

Hochwasser 2002: Tausende Hödlmayr-Autos unter Wasser

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Bild 1/5 Bildergalerie: Hochwasser 2002: Tausende Hödlmayr-Autos unter Wasser

Vom Hochwasser ebenfalls stark betroffen ist Kunststoffmaschinen-Paradebetrieb Engel, unweit von Hödlmayr gelegen. Dort stehen die Hallen unter Wasser, darin wertvolle Präzisionsmaschinen. Mitgesellschafter Rudolf Fries war gestern im ersten Stock seines Privathauses vom Wasser eingeschlossen.

Ebenfalls wassergeschädigt ist der Uni-Markt Schwertberg. Das bestätigte Erich Schönleitner, Chef des Mutterkonzerns Pfeiffer, den OÖN. Der Schwertberger Markt wird im Franchise geführt. Ob die kaputten Waren durch eine Versicherung gedeckt sind, ist fraglich. Die Industriebetriebe der Region Schwertberg dürften aber in puncto Schadensabdeckung aus dem Schneider sein. Denn bei Konzernen dieser Größe seien sogenannte All Risc-Pakete üblich, die auch Hochwasserschäden abdecken, sagt Friedrich Laibl, bei der Oberösterreichischen Versicherung für Firmenkunden zuständig.

Bei so umfangreichen Autolagern wie bei Hödlmayr indes würden trotz All-Risc-Versicherung Speziallösungen nötig sein, so Rudolf Übleis, Makler im Versicherungsbüro Aktuell in Linz. Zudem seien bei All Risk, die erst seit gut zwei, drei Jahren angeboten würden, Selbstbehalte zwischen 10.000 und 100.000 Euro üblich.

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Karin Haas

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