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Oberösterreich

200.000-Dollar-Kaution für Leo bereits hinterlegt

SARASOTA / MITTERKIRCHEN. Ein besorgter Oberösterreicher ist bereit, die 200.000-Dollar-Kaution zu hinterlegen. Am frühen Donnerstagabend hieß es: "Es gibt noch keine Enthaftung. Die Kaution für den 18-Jährigen wurde bereits hinterlegt."

Leo S. wird aus dem Bezirksgefängnis Sarasota entlassen. Bild:

Man sei sehr zuversichtlich, dass es bald eine Enthaftung gibt, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll. "Jetzt ist es sehr wichtig, dass die Eltern des jungen Mannes bereits vor Ort sind und es einen direkten Kontakt mit ihrem Sohn gibt", sagte der Sprecher des Außenministeriums.

Der 18 Jahre alte Leo S. aus Mitterkirchen, der seit Ende Juli im US-Bundesstaat Florida nach einvernehmlichem Sex mit seiner 15-jährigen Freundin, einer US-Amerikanerin, inhaftiert ist, dürfte demnächst auf freiem Fuß sein. Das geht aus einer Vereinbarung zwischen dem Anwalt der Familie, Matthew Leibert, und dem Staatsanwalt von Sarasota hervor.

Demnach darf sich der junge Mühlviertler ab seiner Freilassung aus dem Gefängnis – der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest – zwischen dem Gerichtsort Sarasota und dem zwei Autostunden entfernten Orange County, wo sich der Kanzleisitz seines Anwalts befindet, bewegen. In dem mehr als eine Million Einwohner zählenden Bezirk sollen sich die inzwischen in Florida gelandeten Eltern um ihren Sohn kümmern. Außerdem muss sich Simetzberger von seiner Freundin fernhalten.

Zur bevorstehenden Freilassung des 18-Jährigen dürfte die Großzügigkeit eines besorgten Oberösterreichers, der nicht genannt werden will, maßgeblich beigetragen haben. Der Gönner erklärte sich bereit, die Kaution in Höhe von 200.000 Dollar (170.000 Euro) zu hinterlegen.

Der Anwalt von S., Matthew Leibert, verweist in seinem Schreiben an das Gericht darauf, dass der Oberösterreicher erst seit einem Monat 18 Jahre alt ist und nicht unbedingt die geistige Reife eines Erwachsenen besitzt. Er soll auch psychische Probleme haben, die eine weitere Inhaftierung verstärken könnte.

Leibert sichert zu, dass der 18-Jährige, dem bei seiner Festnahme der Reisepass abgenommen wurde, bis zum Gerichtstermin keinesfalls das Land verlassen und sich seiner Anhörung Mitte September und dem weiteren Verfahren stellen wird.

Video: David Kriegleder aus Sarasota

Welle der Hilfsbereitschaft

Inzwischen sind auf einem Spendenkonto für Leo S. einige "Zehntausend Euro" für die zu erwartenden hohen Prozesskosten eingegangen. Das teilte der Bürgermeister von Mitterkirchen, Herbert Froschauer (VP), am Mittwoch mit. 

Bürgermeister wacht über Spenden

Der Bürgermeister der Wohngemeinde des 18 Jahre alten Oberösterreichers, der seit Ende Juli im US-Bundesstaat Florida inhaftiert ist, verbürgt sich für die ordnungsgemäße Verwendung des Geldes auf dem extra für den Burschen eingerichteten Spendenkonto, sagte er im Gespräch mit der APA. Bisher sind einige zehntausend Euro eingezahlt worden. Dem Burschen wird einvernehmlicher Sex mit einer einheimischen 15-Jährigen vorgeworfen, was in Florida verboten ist.

Mit dem Geld sollen beispielsweise Kosten des für den 18-Jährigen bestellten Anwaltes, für die am Mittwoch begonnene Reise der Eltern nach Florida und deren Aufenthalt beglichen werden. Wenn Rechnungen eingereicht werden, werden sie geprüft und - sofern es sich um zweckgemäße Ausgaben handelt - beglichen, erläuterte der Bürgermeister. "Aber ich nehme kein öffentliches Geld in die Hand", wies er ihm zu Ohren gekommene Vermutungen zurück. Auch dass Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) für den gesamten Flug der Eltern aufgekommen sei, stimme nicht. Dessen Büro habe die Eltern vor allem organisatorisch unterstützt, was ebenso wichtig sei, schilderte der Bürgermeister, der in dem Fall mit dem LH-Büro in Kontakt ist.

Mit den Eltern hatte er seit ihrer Abreise keinen Kontakt mehr. Er wusste Donnerstagvormittag noch nicht, wo in den USA sie gelandet sind und wo sie sich aufhalten. Der Bürgermeister konnte auch keine Angaben machen, wer der "besorgte österreichische Staatsbürger" sei, der die geforderte Kaution von 200.000 US-Dollar (rund 170.000 Euro) hinterlegt habe.

 

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Artikel (rela) 09. August 2018 - 18:42 Uhr
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