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Zehn Tipps für Klimaschützer

LINZ/KATTOWITZ. Weltweit mehren sich die Anzeichen für den Klimawandel. Die OÖNachrichten geben Tipps, was jeder Einzelne dagegen tun kann.

Tipps für Klimaschützer

Solarenergieanlagen rentieren sich langfristig. Bild: Austro Solar

In diesen Tagen findet im polnischen Kattowitz die Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt. Die Experten ringen um Lösungen für die Probleme des Klimawandels – wie etwa steigende Meeresspiegel und CO2-Ausstöße sowie häufigere Extremwetterereignisse. Hier sind zehn Tipps, wie wir alle im Alltag leicht zum Klimaschutz beitragen können:

1. Das Auto stehen lassen: Wer öfter auf das Auto verzichtet, spart Geld und Nerven und schont die Umwelt. Pro Person sind es jedes Jahr bis zu 2,5 Tonnen weniger CO2. Zwischen Linz, Salzburg und Wien sei eine Zugfahrt am geeignetsten, sagt Robert Tichler, stellvertretender Chef des Energieinstituts der Linzer Kepler-Uni. Kurze Wegstrecken können zu Fuß oder mit dem Rad absolviert werden. Zudem rät der Experte, beruflich "keine leeren Flugkilometer" zu machen und stattdessen Telefon- oder Webkonferenzen durchzuführen. Flugverkehr gilt als besonders klimaschädlich.

2. Teilen statt besitzen: Fahr- und Wohngemeinschaften bieten Sparpotenzial für Geldtasche und Umwelt. International ist die Sharing Economy (Ökonomie des Teilens) auf dem Vormarsch, etwa durch Uber (Fahrdienst), Airbnb (Wohnungsvermittlung) oder Spotify (Musikstreaming). "Ich halte extrem viel davon, aber die meisten von uns sind das noch nicht gewohnt", sagt Tichler. Studien zufolge werden die Umsätze für Sharing Economy bis 2025 auf rund 335 Milliarden US-Dollar steigen. 2015 waren es 15 Milliarden.

3. Energiequellen überdenken: Wer kann, sollte eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erwägen, sagt Tichler. "Diese Anlagen rentieren sich für Haushalte zwar nicht sofort, aber langfristig sicher." Überlegen Sie, im Strommix auch erneuerbare Energiequellen wie Wasserkraft oder Windenergie einzukaufen. Wer nicht auf das eigene Auto verzichten kann, sollte sich nach alternativen Antriebsformen wie Erdgas oder E-Mobilität umsehen.

4. Dichte alter Fenster testen: Öffnen Sie Ihr Fenster, legen Sie ein Blatt Papier auf den unteren Rahmen und schließen Sie das Fenster wieder. Wenn sich das Papier herausziehen lässt, muss die Dichtung repariert werden.

5. Sparen beim Wäschewaschen und Geschirrspülen: Ein 60-Grad-Waschprogramm braucht weniger Strom als ein 90-Grad-Programm. Kochwaschgänge sind selten erforderlich. Füllen Sie Ihre Waschmaschine bzw. den Geschirrspüler vor dem Waschgang voll. Wenn eine thermische Solaranlage vorhanden ist, kann das Warmwasser auch dafür genutzt werden, vorausgesetzt, ein Installateur bindet diese Geräte mit ein.

6. Heizung optimieren: Wenn in Heizkörpern "Poltergeister" gluckern, ist Luft darin – das benötigt zusätzliche Energie. Entlüften Sie Ihre Heizkörper. Die Wohnräume sollten nicht alle gleich temperiert sein. Die Wohlfühlwärme in Wohn- und Kinderzimmern liegt bei 20 bis 23 Grad, im Schlafzimmer oder in der Küche reichen auch 17 Grad. "Montieren Sie zum Regulieren Thermostatventile an die Heizkörper – ein kleiner Aufwand mit großem Nutzen", rät Gerhard Dell, Chef des OÖ. Energiesparverbandes.

7. Energieeffizient kochen: Ein Deckel auf dem Kochtopf hilft, Zeit und Energie zu sparen. Nutzen Sie auch die Restwärme der Herdplatte, indem Sie früher abschalten. Für das Erhitzen von Wasser braucht der Wasserkocher weniger Energie als die Platte. Das Backrohr sollte nur dann vorgeheizt werden, wenn es das Rezept erfordert.

8. Stand-by vermeiden: In jedem Haushalt und jedem Büro gibt es kleine Stromfresser. Zu erkennen sind sie an kleinen, rot leuchtenden Punkten bei elektronischen Geräten, wenn diese auf Stand-by geschaltet sind. "Schalten Sie die Drucker, Bildschirme ab, wenn Sie diese länger nicht brauchen, und nehmen Sie Ladegeräte vom Strom", rät Dell. "In Summe kann man damit in einem Bürogebäude ordentlich Strom sparen."

9. Denken beim Einkauf: Energie, die notwendig ist, um ein Produkt zu erzeugen, wird im Fachjargon "graue Energie" genannt. Achten Sie bei Ihren Kaufentscheidungen darauf, sich lieber saisonal gerecht zu ernähren. Regionale Lebensmittel sind mit hoher Wahrscheinlichkeit energieeffizienter produziert als Papayas, Mangos oder Avocados mit viel "grauer Energie" , da diese mit dem Flugzeug von weit her importiert werden.

10. Wiederverwenden statt verschwenden: Die Debatte um das Aus für Plastiksackerl zeigt es vor: Produkte erneut zu verwenden, kann Müll und Kosten sparen. Nehmen Sie zum Einkaufen ein Stoffsackerl, einen Korb oder einen Rucksack mit. Auch Nachfüllpackungen haben ökologische Vorteile, etwa bei Flüssigseife oder Duschgel. Wenn Sie sich zu Hause eine Jause zubereiten, geben Sie diese in Wachspapier statt in Alufolie.
 

Diese Möglichkeiten, Energie einzusparen, sind nur einige von vielen Mosaiksteinen, mit deren Hilfe wir unsere Klimaziele erreichen könnten. "Wir sollen das aber aus unserem Verständnis heraus tun, ohne das Gefühl zu haben, auf vieles verzichten zu müssen", sagt Dell. Ein nachhaltigeres Leben erfordere jedenfalls mehr Planung, sagt Tichler. "Es braucht einen Mix aus Regulierungen und eigenem Antrieb", fordert er. Die "#Mission 2030" der heimischen Regierung sei ein guter Ansatz. Dass sich nicht jeder ein neues E-Auto oder eine PV-Anlage leisten könne, räumt Tichler ein: "Neue Tarife für bestimmte Zielgruppen wären eine Überlegung wert."

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Artikel Susanna Sailer und Martin Roithner 07. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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