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Was heimische Unternehmen von Ikea, Apple oder Starbucks lernen können

LINZ. Vielfalt in Führungsetagen und Mut zu Fehlern sind laut Uni-Professor wichtig.

Was heimische Unternehmen von Ikea, Apple oder Starbucks lernen können

Professor Hartmut Holzmüller Bild: (OÖN)

Seit mehr als 20 Jahren lehrt Hartmut Holzmüller an der Technischen Universität Dortmund. Der Waldviertler ist Professor für Marketing an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Gestern, Montag, hielt der 62-Jährige einen Vortrag an der Linzer Kepler-Uni. Er kam auf Einladung des Instituts für Handel, Absatz und Marketing nach Oberösterreich. Thema seines Vortrags waren die Konzepte großer Konzerne wie Ikea, Apple, Amazon oder Starbucks und was heimische mittelständische Unternehmen von diesen lernen können.

"Unternehmen müssen Angebote entwickeln, die den Markt erfrischen oder verändern", sagte Holzmüller im Gespräch mit den OÖN. Die Spielregeln des Marktes zum eigenen Vorteil zu ändern, sei besser, als auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Ikea oder Amazon hätten das perfektioniert. "Wenn sich Ikea-Gründer Ingvar Kamprad nur an den Bedürfnissen der Kunden orientiert hätte, gäbe es heute keine Selbstbau-Möbeln." Auch Amazon sei einen untypischen Weg gegangen und habe nicht nur das Verhalten der Kunden verändert, sondern auch die Situation auf dem Markt. Deshalb sei der Online-Händler so erfolgreich.

Holzmüller zufolge gibt es eine Fülle an Prinzipien, die heimische Unternehmen von den Großkonzernen übernehmen können. Erstens sei es wichtig, in der Führungsetage Vielfalt zu erlauben. "Es bringt nichts, nur Männer zu haben, die Controlling an der Uni Linz studiert haben." Je unterschiedlicher die Geschäftsführung sei, desto mehr Spannungen rufe das hervor – und umso förderlicher sei das für die Kreativität.

Ein Germanist in der Chefetage

Zweitens fordert der Uni-Professor ein Umdenken in der Fehlerkultur. Es brauche Mut zum Scheitern. "Mitarbeiter sollen nicht bestraft werden, wenn sie einen Fehler begangen haben. Viel eher sollten sie gefördert werden, weil sie Dinge gewagt haben."

Und drittens müssten sich Führungskräfte stärker in der Gesellschaft vernetzen. "Ich verbiete niemandem einen Opernbesuch oder ein Golfspiel", so Holzmüller. Es sei aber wichtig, die Fühler in alle Ecken der Gesellschaft auszustrecken. Ein deutscher Büromöbelhersteller hat genau das getan. Dort sitzt ein Germanist in der Geschäftsführung. "Er hat eine völlig andere Sicht der Dinge und gute Kontakte zu Künstlern und Architekten." Das helfe dem Unternehmen, neue Pfade zu betreten und sich damit breiter aufzustellen.

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Artikel Martin Roithner 03. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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