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Steyr Motors geht an Chinesen

STEYR. Der Spezialmotorenbauer Steyr Motors ist nach dem Flugzeugbauer FACC das zweite oberösterreichische Unternehmen, das einen chinesischen Eigentümer erhält.

Nach FACC geht auch Steyr Motors an Chinesen

Steyr Motors erzeugt Dieselmotoren, etwa für Rettungsboote. Bild: Steyr Motors

Seit November des Vorjahres wurde verhandelt, am Dienstag der Verkauf abgeschlossen: Steyr Motors geht zu hundert Prozent an chinesische Investoren. 

„Wir bekommen dadurch Zugang zu einem wesentlich größeren Markt und beenden unser Nischendasein“, sagt Geschäftsführer Rudolf Mandorfer. Er hielt bisher rund ein Drittel der Firmenanteile. Mehrheitseigentümer war Ex-Minister Rudolf Streicher. Mit ein Grund für den Verkauf sei gewesen, dass es keinen Nachfolger gebe. „Wir haben seit Jahren immer wieder Verkaufsgespräche geführt, auch mit Kunden. Das schien uns jetzt die attraktivste Variante“, sagt Mandorfer. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Fünf Jahre Standortgarantie

Der neue Eigentümer, Phoenix Tree HSC Investment (Wuhan), ist ein Hongkong-chinesischer Finanzinvestor mit strategischer Ausrichtung. Der Käufer, der sich gestern den 125 Mitarbeitern in Steyr offiziell präsentierte, habe sich zu einer fünfjährigen Standortgarantie bereit erklärt, sagt Mandorfer. Er und sein komplettes Managementteam blieben dem Unternehmen erhalten.

Die Chinesen wollen rund um Steyr Motors eine Unternehmensgruppe formen und hätten weitere Akquisitionsziele im Visier. In Steyr soll das Entwicklungszentrum bleiben. Auch die Kleinserien würden wie bisher hier gefertigt, aber auf einer kostengünstigeren Basis. „Wir werden Komponenten verstärkt in China zukaufen.“ In Asien würden Großserien produziert.

Mandorfer rechnet, dass die Kapazität am Standort ausgebaut wird. „Wir haben vor Monaten ein benachbartes Grundstück erworben und bauen 2013 eine Halle darauf.“ Rund 20 zusätzliche Techniker werden für den Bereich Entwicklung gesucht.

Das aus der Steyr-Daimler-Puch-Gruppe entstandene Unternehmen produziert Dieselmotoren für Spezialfahrzeuge. Dazu zählen Freizeit- und Rettungsboote ebenso wie Militärfahrzeuge. Im Vorjahr wurde ein Umsatz von 29,4 Millionen Euro erzielt, bei einer Ebit-Marge von 2,5 Prozent. Durch den neuen Eigentümer und den Einstieg in das Großseriengeschäft komme Steyr Motors „von der Landstraße auf den Highway“, sagt Mandorfer.

Tradition ausländischer Eigentümer

STEYR. Frank Stronach hat es getan, MAN und SKF ebenso. Auch General Dynamics gehört dazu. Sie alle sind Eigentümer von ehemaligen Teilen des traditionsreichen Steyr-Daimler-Puch-Konzerns.
Während Stronach mit Magna sich mehr auf den steirischen Teil konzentriert hat, haben MAN und SKF sowie ZF in Steyr die Werke weitergeführt und dazu beigetragen, dass Steyr als Zentrum der Mobilität in Österreichs Industrie ein Faktor blieb.

Motorenkompetenz

Rudolf Streicher wiederum hat sich seinerzeit bei Steyr Motors eingekauft, das als Management-Buy-out aus dem von Magna übernommenen Bereich hervorging. Als ehemaliger Generaldirektor von Steyr Daimler Puch wusste Streicher um die Kompetenz der Motorenentwicklung in Steyr generell und bei Steyr Motors im Speziellen.

Auch St. Valentin gehört zu diesem Bereich. Wenn es um Traktoren geht, sind auch dort die ehemaligen Leute der Steyr-Werke und ihre Nachfolger begehrt. Das hat nicht zuletzt der Einstieg ausländischer Unternehmen gezeigt. Nun sind auch die Chinesen unter den Eigentümern in Steyr. Sie lösen mit Streicher und Rudolf Mandorfer jene ab, die zu den letzten österreichischen Eigentümern zählten.

Lesen Sie auch den Kommentar "Ausverkauf"

Über Rudolf Streicher lesen Sie Mehr in "Auch Geld kann ein Motor sein"

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Artikel Susanne Dickstein 27. September 2012 - 00:04 Uhr
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